Elektrizitätswerk


Auszug aus:
0041

Zur Erinnerung

     an die im Jahre 1909 (2. bis 4 Oktober) in Mühlbach abgehaltene

Hauptversammlung

Des Siebenbürgisch-Sächsischen Landwirtschafts-Vereins

und

XXIII. Verbandstagung der Raiffeisen-Genossenschaften.

Neuzeitliche Bauten.

Von neuzeitlichen Bauten verdienen Erwähnung: Das Elektrizitätswerk in der Postgasse. Auf Grund der zwischen der Petersdorfer Papierfabrik, der Stadt Mühlbach, sowie der Gemeinde Petersdorf einerseits und der damals in Mühlbach bestandenen Firma „ Mühlbacher Hammerwerk und Werkzeugfabrik Gerlai & Beck“ anderseits im Jahre 1904 zu Stande gekommenen Verträge wurde das Elektrizitätswerk durch die genannte Firma im Verein mit den Wiener Baufirmen „ A. Brauner & Komp.“und „Adolf Baron Pittel“ im Jahre 1905/6 erbaut und konnte schon am 18 Februar 1906 provisorisch den Betrieb aufnehmen. Das für den Wasserbetrieb eingerichtete Werk bekommt das Wasser durch einen 1783,95 Meter langen, offenen Kanal aus dem Mühlbach und hat ein Nutzgefälle von 11,862 Meter.

Am Mühlkanal Richtung E-Werk

Dieser Kanal ist in seinem oberen Teil auf 591 Meter Länge ei durchschnittlich 7,50 Meter breiter Erdgraben ( Der regulierte Mühlkanal), von da an bis zur Zentrale ein stattlicher Aquädukt aus Eisenbeton, welcher in der Länge von 262,95 Meter auf vollen Mauern und in der Länge von 930 Meter auf schlanken Pfeilern und Stichbögen ruht und in diesem Teil ei architektonisch schönes, sehenswertes Bauwerk darstellt.

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Das durchschnittlich 3 Meter breite Betongerinne, dessen zierliche Wandungen oben blos 8 Zentimeter stark sind, hat ein Gefälle von 0,7 % und der Erdgraben ei solches von 0,6 %. Der Kanal ist für 8 Kubikmeter Wasser in der Sekunde gebaut, welche 2 Francis-Turbienen in Bewegung setzen und an den Wellen derselben die respektable Kraft von rund 950 Pferdestärken erzeugen.

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Elektrizitätswerk (2)

E-werk (2)

Leider liefert unser Mühlbach diese 8 Kubikmeter-Sekunde Wasser nicht das ganze Jahr hindurch, so das das Werk je nach Umständen kürzere oder längere Zeit hindurch – insbesondere im Winter – auch die Dampfreserve zu Hilfe nehmen muss. Die Turbinen geben ihre Kraft an 2 Generatoren ab, welche dieselbe in elektrischen Strom umwandeln. Und bei der vollen Wassermenge je 350 Kilowatt elektrische Energie liefern. Von dieser Energie verbraucht die Stadt derzeit im Maximum 100 Kilowatt, ist aber Vertragsmäßig verpflichtet für 105 Kilowatt jährlich 21814 Kronen d.i. 2,5 Heller pro Kilowatt-Stunde zu bezahlen, wo bei der benötigte Strom während 8300 Stunden für die Stromunterbrechungen selbstverständlich vertragsmäßig festgesetzt sind. Die Stadt gibt den Strom an die Konsumenten zu – im Verhältnis zu anderen Orten – anerkannt niedrigen Preisen ab, und erzielt dabei dennoch befriedigendes Reineinkommen. Besonders billig wird der Strom während der Tagesstunden für Gewerbliche Zwecke abgegeben und zwar um 80 bis 100 Kronen pro Pferdekraft und Jahr bei einer Abnahme von mehr als 2 Pferdestärken; weshalb wir heute, nach 3,5 Jahren seit der Betriebsaufnahme , auch schon elektrische Motoren mit zusammen rund 90 Pferdekräften normaler Leistungsfähigkeit installiert haben. Das Elektrizitätswerk hat insgesamt rund 1 Million Kronen gekostet und gehört heute der Firma „ Ungarische elektrische Kraftübertragungs – und Lichtanlagen – Aktiengesellschaft in Budapest“.

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[bild]null[/bild]Das Schulgebäude der Evang. Kirchengemeinde A.B. auf dem kleinen Platz, in welchem eine vierklassige Knaben – Elementar – Schule, eine achtklassige höhere Volksschule für Mädchen und ei vierklassiges Untergymnasium untergebracht ist. Es wurde erbaut in der Zeit von 1864 – 1866.

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Die Thurnschule für die Evangelischen Schulanstalten in der Thurnschulgasse , erbaut in Jahre 1903.

 

Flamura

Das Städtische Schlachthaus an der Pheripherie der Stadt Erbaut im Jahre 1903 mit einem Kostenaufwande von 30240 Kronen.

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Die Evangelisch – Reformierte Kirche in der Postgasse, erbaut im Jahre 1904.

Reformierte Kirche Mühlbach

Die Römisch – Katholische Klosterkirche in der Jakobigasse.

Spre Baia populara (Salzbad)

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Die Griechisch – Orientalische Kirche in der Grossen Gasse.

Die Griechisch – Katholische Kirche in der Griechengasse. ...

Die im Bau begriffene Städtische Kavallerie – Kaserne für drei Eskadronen soll im Herbste 1910 ihrer Bestimmung übergeben werden.

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Das ebenfalls im Bau befindliche Neue Rathaus auf dem „Großen Platz“ soll gleichfalls im Jahre 1910 fertig gestellt werden.

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Für das zur Verfügung gestellte Material, herzlichen Dank an Herrn C. Baiersdorf.

Bilder : Herr Manfred Ziegler und FB. Gruppe Mühlbach – Sebes
Zusammengestellt von H.Theil

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