Friedrich Wilhelm Schuster


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Friedrich Wilhelm Schuster (29.01.1824 – 04.02.1914)

035-Rimner 1819  NEU

Das Eltern – und Geburtshaus

Saksengasse.

Im Hintergrund das Geburtshaus des Friedrich Wilhelm Schuster

Schuster Friedrich Wilhelm, Ps. Friedrich Ernst, Schriftsteller, Germanist,

Volkskundler, Lehrer und Geistlicher.

Geb. Mühlbach/Szászsebes, Siebenbürgen (Sebes, Rumänien), 29. 1. 1824; gest.

Hermannstadt/Nagyszeben, Siebenbürgen (Sibiu, Rumänien), 4. 2. 1914. Sohn

eines aus bäuerlichen Kreisen stammenden, bereits 1836 verstorbenen Lehrers und

Stadtkantors und einer Off.Tochter;

evang. AB. Schuster lebte bis 1838 in Mühlbach, wo er von seinem Vater ersten Unterricht erhielt und im Freundeskreis von

Friedrich Krasser und Marlin (s. d.) bereits dichterliche Versuche anstellte; danach

besuchte er das Obergymnasium in Hermannstadt, die letzte Klasse in Schäßburg / Segesvár (Sighisoara). Nach theologischen, pädagogischen

und geisteswissentschaften Studierte an der Universität Leipzig (1844–46) Dan erhielt Schuster 1846 eine Anstellung als Lehrer am Mühlbacher Untergymnasium; ab 1854 Direktor. Auf seine Anregung

geht die Einführung des Turnunterrichts, so wie des Schul – Neubaues in Mühlbach zurück.

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Aus seiner Zeit am Mühlbacher Untergymnasium als Direktor.

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Und hier einige Lehrer aus der Zeit

1848 gehörte Schuster zu den Mitbegründern des siebenbürgischen Jugendbundes. In den Revolutionswirren 1849 Leutenant der

Bürgerwehr von Mühlbach, wurde er spähter für seinen Einsatz mit der goldenen Zivil – Verdienstmedaille ausgezeichnet. 1853 wurde er Mitglied im Verein für Siebenbürgische Landeskunde (1860–1909 Ausschußmitglied).1869 als Stadtpfarrer nach Broos / Szászváros (Orbdtie) berufen, wirkte er dort 35 Jahre lang und übernahm die Fertigstellung einer neuen Agende der evangelischen Landeskirche AB in Siebenbürgen. Nachdem Freitod seiner Frau suchte er jedoch

um seine Emeritierung an und übersiedelte 1906 nach Hermannstadt, wo er zuletzt, völlig erblindet, starb. Neben dem Wirken als Pädagoge und Lehrer trat er auch als Lyriker und Fachschriftsteller hervor. Seine ersten Gedichte erschienen 1847 im „Liederbuch der Siebenbürger Deutschen“, darunter der später von Hedwig (s. d.) vertonte, sehr verbreitete Text „Bei Marienburg“; sein 1858 herausgegebener Band  „Gedichte“ (2. Auflage. 1896) ist der erste ernst zu nehmende Lyrikband in der Geschichte der deutschen Literatur in Siebenbürgen. Ab 1868 begann Schuster auch, politische Feuilletons und Zeitgedichte im „Siebenbürgisch-Deutschen Wochenblatt“ und in Kalender zu veröffentlichen. 1886 wurde sein Trauerspiel „Alboin und Rosimunde“ (1884) ohne Erfolg in Hermannstadt uraufgeführt. Bedeutender sind seine ab 1860 erschienenen komparatistischen ausgerichteten Germanistischen und Volkskundlerischen Untersuchungen, vor allem die Veröffenlichung einer übersichtlich und gründlich kommentierten Auswahl aus seiner Sammlung rumänischer Volkslieder („Über das walachische Volkslied“), 1862, sowie sein 1865 veröffentliche Hauptwerk „Siebenbürgisch-sächsische Volkslieder, Sprichwörter, Rätsel, Zauberformeln und Kinder-Dichtungen“, dessen Plan auf den Einfluss der Brüder Grimm in seiner Leipziger Studien – Zeit zurückgeht. W. Woden, ein Beitrag zur deutschen Mythologie, in: Programm des evangelischen Untergymnasium in Mühlbach . 1855/56, 1856; Über das walachische Volkslied, ebenda, 1861/62, 1862; Aus meinem Leben. Erinnerungen, Gedichte, Übersetzungen. Aus der Volksdichtung der Siebenbürger Sachsen, herausgegeben von H. Schuller Anger (= Kriterion-Bücherei 20), 1981 (mit Biographischem Vorwort, Zeittafel, Werks- und Literaturverzeichnis und Bildern); Gedichte, Übersetzungen und Abhandlungen in Zeitungen und Zeitanthologien und Kalender, Schulprogrammen usw. – Herausgaben: Siebenbürgisch- sächsische Volkslieder, Sprichwörter, Rätsel, Zauberformeln und Kinder-Dichtungen. Mit Anmerkungen und Abhandlungen, 1865, Reprint 1969, 2. Auflage: Siebenbürgisch – deutsche Volkslieder 1, herausgegeben von G. Brandsch (= Schriften der Deutschen  Akademie 7), 1931; usw.

L.: N. Fr. Pr., 6. 2. 1914; Brümmer; Nagl–Zeidler–Castle 3, S. 585f. (mit Bild); Trausch, s. Reg.; Wurzbach; F. Teutsch, in: Archiv für siebenbürg. Landeskde. 40, 1,

1918, S. 5ff.; I. Datcu – S. C. Stroescu, Dictionarul folcloridtilor, 1979, S. 467f.; Die Literatur der Siebenbürger Sachsen in den Jahren 1849–1918, red. Von C. Göllner und J. Wittstock, 1979, s. Reg. (mit Bild); A. Gotia, in: Studii de istorie a nationalitatii germane …,

hrsg. von C. Göllner, 2, 1981, S. 263ff.; F. W. Schuster, Aus meinem Leben. …, 1981 (s. Werksverzeichnis); Lex. der Siebenbürger Sachsen, hrsg. von W. Myß, 1993 (mit

Bild). (H. Schuller Anger)

Ein Interessanter Link:  http://books.google.de/books?id=0xJRAAAAcAAJ&printsec=frontcover&dq=inauthor:%22Evangelisches+Untergymnasium+(M%C3%BChlbach,+Siebenb%C3%BCrgen)%22&hl=de&sa=X&ei=itEkUrSAIIbX7AarooGIDw&ved=0CDYQ6AEwAA#v=onepage&q&f=false

Beitrag zusammengestellt von: Horst Theil                      

Quelle:

Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung
Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950

 Einen Beitrag in Rumänischer Sprache:     http://sebes0muehlbach.wordpress.com/2013/08/04/friedrich-wilhelm-schuster/

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