Carl Filtsch


 Carl Filtsch

Carl Filtsch

 geb. 28 Mai 1830 in Mühlbach, gest. 11 Mai 1845 in Venedig.

 

Alfred Möckel schreibt über Carl Filtsch:

„Vor allem hat Mühlbach der Welt das phänomenale Wunderkind Carl Filtsch geschenkt, einen der genialsten Klavierspieler aller Zeiten, vor dem Chopin und List den Degen senkten, und den die Königin von England auf den Knien wiegte; er starb schon  als 15 jähriger Knabe in Venedig.“ Zitat Ende.

 Schon mit drei Jahren erhielt er Klavierunterricht von seinem Vater Josef Filtsch, einem evangelischen Pfarrer und Dichter aus Mühlbach in Siebenbürgen. 1837 kam er, unter der führsorglichen Obhut der Gräfin J. Banfley, zur weiteren Ausbildung nach Wien (u.a. bei Friedrich Wieck)

Bei Hofe eingeführt war er Musizier- und Spielgefährte der gleichaltrigen  und späteren Kaiser Franz Josef. Im Februar 1841 debütierte  er im Wiener Musikverein, wobei man schon den hohen Grad von Vollkommenheit und seiner Kunstfertigkeit in Ton und Vortrag, Ausdruck, Kraft und Schattierung (Moritz Gottlieb Saphir) bewunderte.

Konzertreisen und damit verbundene triumphale Erfolge von Budapest dis Hermannstadt folgten.

 Im Dezember 1842 wurde er zum Lieblingsschüler von Frédéric Chopin in Paris. Franz Liszt unterrichtete ihn eine Zeit lang in Vertretung von Chopin. Von ihm ist später folgender Ausspruch überliefert: „Wenn dieser Kleine reisen wird, kann ich meine Bude schließen.“ Chopin selbst äußerte sich nach dem Vortrag eines seiner Klavierkonzerte: „Mein Gott, welch ein Kind! Kein Mensch hat mich jemals so verstanden …“ Alle maßgeblichen Musikzeitschriften in Wien, Paris und London brachten überschwängliche Rezensionen.

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 Grabmal von Carl Filtsch in Venedig

Die Inschrift des Grabmales:

Karl Filtsch

Geb. den 28 Mai 1830 zu Mühlbach in Siebenbürgen

Gest. den 11 Mai 1845 in Venedig

 

„Der Künstler schläft,

es ruhn die Teuren Hände 

die einst beherrscht der Töne Meer

Doch immer wache tiefe Herzenssehnsucht 

nennt seinen Namen segnet ihn und weint.“

Doch bald mussten geplante Tourneen durch ganz Europa abgesagt werden: Filtsch erkrankte an Tuberkulose und die Ärzte verordneten Seebäder in Venedig. Nach kurzer Besserung und einem letzten Sommeraufenthalt in Siebenbürgen und Wien kehrte er nach Venedig zurück. Dort erlag er bald im frühen Alter von fünfzehn Jahren seinem unheilbaren Leiden. Sein Grabmal in Marmor befindet sich heute auf dem venezianischen Friedhof San Michele.

Filtsch, der schon früh am Klavier zu improvisieren begann, hinterließ acht eigene Kompositionen, welche zum Teil erstmals 1843 in London veröffentlicht wurden. Er komponierte auch ein Klavierkonzert, das lange als verschollen galt und kürzlich erst wieder gefunden wurde. Trotz der erkennbaren Einflüsse durch seine Lehrer spiegelt sich seine einzigartige musikalische Frühreife und Begabung in seinen Werken wider.

Überlieferte Werke

  • Choral 1839
  • Romanze ohne Worte 1840
  • Barcarole
  • Mazurka
  • Impromptu in Ges-Dur 1843
  • Impromptu in b-Moll 1843
  • Introduction und Variationen Op. 2
  • Konzertstück für Klavier und großes Orchester in h-Moll
  • Ouvertüre in D-Dur
  • Lebewohl von Venedig (Adieu)

Seit 1995 findet der Klavier– und Kompositionswettbewerb „Karl Filtsch Festival“ in Sibiu / Hermannstadt, Rumänien statt.

Quellen:

  Österreichisches Biografisches Lexikon 1815 – 1950 Band 1 Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 315.

 Beitrag zusammengestellt von: Horst Theil

Ergänzung

 

Liebe Leser!

Ich ergänze meine Zeilen über Carl Filtsch aus dem Anlass das ich nach dem Erscheinen dieses Beitrages von einem willkommenem Projekt in Kenntnis gesetzt wurde. Das war aber zu dem Zeitpunkt noch nicht sicher. Heute kann ich ihnen mitteilen dass die Vorarbeiten dazu in fortgeschrittenem Stadium sind.

Um was handelt es sich?

Es geht um eine Verfilmung aus dem Leben von Carl Filtsch und dessen Umgebung.

Das Drehbuch wurde von der Siebenbürgerin Brigitte Drodtloff  geschrieben, die schon eine Bekanntheit im Filmgewerbe ist und auch die Regie übernimmt.

Sabin Tambrea – spielt die Rolle des Joseph, Carls Bruder.

Peter Szaunig –  Musikalische Beratung.

Anne Nikitin Soundtrack.

Frank GlencairnKamera.

Eduard SchneiderKamera.

Der Film ist ein Musikalisches Drama. Die Autorin schrieb das Drehbuch nach langen und intensiven eigenen Reschärschen. Ich freue mich ihnen auch auf diesem Wege bekannt zu machen das unserer Mühlbacher Eduard Schneider auch mit zum Team gehört.

Dieser Film wird dazu beitragen das Carl Filtsch seinen Gebührenden Platz in der Geschichte der Musik bekommt.

Genauere Informationen zu diesem Filmprojekt erfahren Sie auf der Offiziellen Seite unter diesem Link:   http://www.filtsch.com/

 

Horst Theil

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