Große Fahrt auf dem Mühlbach.


 Momentaufnahme - 28

 Der Mühlbach ( Klosterbach )

 An manchen warmen Sommertagen, gingen meine Spielkameraden und ich „Auf große Fahrt“, das hieß mit einem aufgeblasenen LKW-Reifen, den Mühlbach hinunter fahren.

Das Unternehmen begann nach einer Begutachtung der Reifen, die gelegentlich nach mehr Luftdruck verlangten. Dann warteten wir ab bis gegen Drei Uhr am Nachmittag, bis der Wasserpegel im Mühlkanal etwas absank, der am Ende unseres Gartens vorbei floss,  loszufahren.

Die ersten acht bis neunhundert Meter ging die Fahrt unter den dicht bewachsenen engen Ufern des Mühlkanals, an den Gärten der Nachbarn vorbei,  in Richtung großer Bach oder wie die Mühlbacher in nannten, Klosterbach.

Technisch machte man das so, man setzte sich rücklings mit dem Hintern in den Autoreifen so das die Hände seitlich als Ruder benutzt werden konnten um den Reifen steuern zu können. Das musste man auch können, denn auf diesem Abschnitt hatte fast jeder ein Mühlrad im Kanal, um damit Wasser zu schöpfen für die Bewässerung im Garten

Diesen gefahren galt es auszuweichen.

Nach Abschluss dieser ersten Etappe gelangte man am Städtischen Schlachthof vorbei zur Mündung in den besagten Klosterbach. Da der Mühlkanal ziemlich gerade verlief, änderte sich die Situation schlagartig. Nach der Mündung beschrieb unser Bach Stromschnellen und weite Mäander. Also musste man höllisch aufpassen um in der Fahrrinne zu bleiben und einigen Bäumen auszuweichen, die teilweise unter der Wasseroberfläche waren.

Wir schwammen an Wäschewaschenden Frauen vorbei, an Anglern, die im Uferdickicht hockten, oder auf Schotterbänken standen und angelten.

Von Zeit zu Zeit begegneten wir Hausgänsen, die bei unserem vorbei gleiten mit lautem Geschrei das Weite suchten. Höllisch musste man auch bei der Vorbeifahrt von Langendorf aufpassen, da auch hier ein kleiner Mühlkannal für die um diese Zeit noch funktionierende Wassermühle abzweigte, um nicht in die Schaufelräder der Mühle zu geraten. Also brav  auf dem Klosterbach bleiben und weiter ging die Fahrt.

Puntea Lancramului

 Der Mühlbach bei Langendorf. ( Klosterbach )

 Nach vier bis fünf Kilometer erreichten wir die Stelle wo der Zeckesch in den Klosterbach mündete. In der Regel gingen wir da an Land. Jetzt begann der unangenehmere Teil des Unternehmens, und zwar der lange Fußmarsch nach Hause. Wir waren nur in den Badehosen und Barfuß. So marschierten wir, die Autoreifen vor uns herrollend über die staubigen Feldwege Richtung Heimat. Der Weg führte durch die Untergasse von Langendorf, über die Eisenbahnbrücke in die Hundserlen bis an den Stadtrand von Mühlbach. So gelangten wir dann müde und hungrig, nach einer Weltreise wieder Daheim an.

Beitrag geschrieben von: Horst Theil

Bilder: FB. Gruppe Mühlbach – Sebes

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