Theobald Streitfeld


Einer der Ehrenwerten Bürger, Professor und Mensch unserer Heimatstadt Mühlbach, so wie andere Lehrkräfte der Stadt, war Prof. Theobald Streitfeld, über den man nur Gutes in Erinnerung haben kann. Dieser Beitrag soll ein kleines Dankeschön, für sein Lebenswerk, an ihn sein. Wir erinnern uns immer gerne an unseres tüchtiges und gewissenhaftes Vorbild.

Horst Theil

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Prof. Theobald Streitfeld

 geb. 10. August 1902 – gest. 17. März 1985

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Das nach einem Sturm zerstörte Elternhaus in der kleinen Allee neben dem Mühl – Kanal.

 

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Das Elternhaus heute

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Gedenktafel am Elternhaus von Theobald Streitfeld

 

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Prof. Theobald Streitfeld

 Vor dem Schloss Martinuzzi in Winz. (1970)

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Prof. Theobald Streitfeld

(In seinem Hausgarten)

 

Und nun die Ansprache bei der Anbringung der Gedenktafel:

Theobald Bruno Streitfeld.

Geboren in Mühlbach als Sohn des Mühlbacher Magistrats Obernotars Bruno Streitfeld und der Marie Therese, geb. Weissörtel.

Nach dem Abschluss des evangelischen Untergymnasiums in Mühlbach besuchte Theobald Streitfeld das evangelische Gymnasium in Mediasch, wo er im Jahre 1919 seine Reifeprüfung ablegte.

Anschließend, 1920/21 (bis 1925) beginnt er das Studium der Geschichte, Theologie, Geographie sowie der rumänischen Sprache an den Universitäten in Hamburg, Marburg und Klausenburg. Magisterprüfung im Juni 1925 mit der Bewertung „magna cum laude“.

Am 1. September 1925 tritt er die Stelle eines Professors für Geschichte und rumänische Sprache am Untergymnasium seiner Vaterstadt an. Seither treffen wir Professor Streitfeld mit zwei Unterbrechungen bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand am Katheder dieser Schule an, die im Jahre 1954 zu einem Vollgymnasium ausgeweitet wurde. Die erste Unterbrechung erfolgte 1930/31 als. Th. Streitfeld seinen Wehrdienst ableistete, und die zweite vom 15. Januar bis Dezember 1945, als er zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert wurde, und zwar in das Arbeitslager von Socgorod / Sozgorod (Kreis Ufa, Baschkirien bei Kungur). Streitfeld kam gesundheitlich angeschlagen mit einem Krankentransport im Dezember 1945 nach Hause.

Während seiner langen und segenreichen Dienstzeit ist es Streitfeld als begeisterter und begeisternder Lehrer gelungen, Generationen von Schülern besonders mit dem Geist der Geschichte vertraut zu machen. Auch die visuell besonders attraktiv gestalteten Geographiestunden – mit eigens angefertigten vielfarbigen Landkarten und Skizzen – prägten sich scharf in das Gedächtnis seiner Schüler ein. Schon als junger Lehrer verstand es Theobald Streitfeld mit besonderem Geschick und großer Überzeugungskraft, eine Reihe von wichtigen lokalgeschichtlichen Elementen in den Lehrstoff einzuflechten, um diesen attraktiver und vor allem spannender zu gestalten. Als Lehrer hat er bei seinen Schülern vernetztes Denken, vorurteilfreies Handeln und erfolgreiche Forschungsarbeit gefördert.

In den letzten Jahren seiner Lehrertätigkeit, genauer gesagt ab 1969, war Theobald Streitfeld bemüht, im Rahmen der neu gegründeten Volkshochschule in Mühlbach eine Vortragsreihe ins Leben zu rufen.

Eine sinnvolle Ergänzung dieser Veranstaltungen waren die Studienfahrten, die der inzwischen in Ruhestand getretene Lehrer Streitfeld mit wohlüberlegtem Ziel gründlich vorbereitet hatte. Ein bedeutender Teil seines umfangreichen Briefwechsels, vor allem mit Lehrern und Pfarrern aus verschiedenen Städten und Gemeinden, bezieht sich auf die minuziöse Vorbereitung dieser Fahrten, für die er einen festen Teilnehmerkreis gewinnen konnte. Die gut durchdachten und bis ins Detail vorbereiteten oft mehrtätigen Fahrten, die sich auf die Zeitspanne 1969 – 1979 verteilen, brachten die Teilnehmer nicht nur zur malerischen Landschaften, sondern auch zu den bedeutendsten historischen Denkmälern reiche Hatzeger Tal bis zum Eisernen Tor der Donau, eine andere zu den Moldauklöstern, dann wiederum eine zu den Klöstern im Alttal und Curtea de Arges und zu andern Sehenswürdigkeiten der Region Arges. Schließlich seien auch die Studienfahrten erwähnt, die zu den Kirchenburgen im sächsischen Siedlungsgebiet führten.

Möge diese Gedenktafel das Andenken an unseren Prof. und Freund THEOBALD STREITFELD für ewig die Erinnerung wach halten. Sie sollte nicht nur an unseren Lehrer und Wissenschaftler erinnern, sondern uns dazu ermuntern in sein wissenschaftliches Werk zu blicken.

Beitrag geschrieben von: Gerhard Wagner

Zusammengestellt von: Horst Theil
Bilder: H. Daniel, 1970 in: Mühlbach und der Unterwald. (Schriftennachlass Theobald Streitfeld, Hermannstadt 2011)

Mühlbach von Einst – Sebesul de alta data 2002.

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