Lucian Blaga


Blaga 

Lucian Blaga. (09.05 1895 – 06.05 1961)

 

Ein großer Rumäne, Philosoph, Dichter und Schriftsteller dessen Leben eng mit Mühlbach verbunden war, ist auch hier an dieser Stelle der Erinnerung wert. Obwohl in der Kommunistischen Ära lange Jahre verpönt, drangsaliert und nicht beachtet, war er einer der größten Denker der rumänischen Nation. Ich kann mich erinnern das seine Gedenkstatue, in Bronze gegossen, die heute bei der Einfahrt in seinen Geburtsort aufgestellt ist, lange Jahre im Mühlbacher Sägewerk, hinter der Dampfzentrale, praktisch hingeworfen und missachtet ihr Dasein verbrachte. 1956 wurde er für den Literaturnobelpreis nominiert, jedoch die damalige rumänische Regierung  protestierte gegen seine Nominierung.

Horst Theil

 

 

 Kindheit

Blaga wuchs in Langendorf als eines von neun Kindern einer Pfarrerfamilie auf. Seine Kindheit stand, wie er selbst bezeugt, „unter dem Zeichen eines unwirklichen Fehlens von Worten“; der künftige Dichter – der selbst später in einem Vers über sich sagen sollte „Lucian Blaga e mut ca o lebădă“ (Lucian Blaga ist stumm wie ein Schwan) – konnte bis zum Alter von vier Jahren nicht sprechen.

Seine ersten Schuljahre (1902–1906) verbrachte er in der deutschen Grundschule in Mühlbach, danach besuchte er das Lyzeum „Andrei Șaguna“ in Kronstadt (1906–1914), wo sein Verwandter Iosif Blaga, Verfasser des ersten rumänischen Textes über die Theorie des Dramas, unterrichtete. Ab dieser Zeit beschäftigte er sich mit dem Werk Friedrich Schillers.

Nach dem Tod seines Vaters zog die Familie 1909 nach Mühlbach.

Studium

Von 1914 bis 1916 studierte Blaga an den theologischen Fakultäten von Hermannstadt und Großwardein. Im Frühjahr 1916 besuchte er Wien, wo er mit dem Expressionismus in Berührung kam. 1917 schloss er seine Studien mit dem Titel Lizenziat ab und studierte dann bis 1920 an der Universität Wien Philosophie und Biologie und promovierte zum Doktor der Philosophie und der Biologie. In Wien lernte er seine spätere Frau Cornelia Bredicianu kennen.

Erste Veröffentlichung.

1910 erschien sein Gedicht Pe țărm („An der Küste“, 1910) in der Zeitung Tribuna aus Arad. 1914 veröffentlichte Românul seine Studie Reflecții asupra intuiției lui Bergson (Überlegungen zur Intuition bei Bergson).

1911 reiste er nach Italien, wo er seine Zeit mit der Suche nach philosophischen Werken in Bibliotheken und mit dem Besuch archäologischer Stätten verbrachte.

Sein erstes Drama Zamolxe erschien 1920 in der Zeitung Voința. Die Rumänische Akademie erkannte ihm dafür 1921 den Adamachi-Preis zu. Auch die Universität Klausenburg zeichnete das Stück 1922 aus. In diesem Jahr erschienen auch seine ersten Gedichtübersetzungen in deutscher Sprache in der Czernowitzer Zeitschrift Die Brücke. 1924 und 1925 wohnte er in Lugosch und war Redakteur der Zeitungen Voința und Patria, Direktoriumsmitglied der Zeitschrift Cultura und ständiger Mitarbeiter der Zeitschriften GândireaAdevărul literar și artistic und Cuvântul.

1937 wurde er Mitglied der Rumänischen Akademie; seinen Antrittvortrag hielt er über das Thema „Lobrede auf das rumänische Dorf“ (Elogiul satului românesc). Im Jahr 1939 wurde er Professor für Kulturphilosophie an der Universität Klausenburg.

Nach dem Zweiten Wiener Schiedsspruch (der Nord-Siebenbürgen zu Ungarn schlug) begleitete er die Universität Klausenburg zu ihrer Zufluchtsstätte in Hermannstadt (1940–1946). 1946 wurde er Dozent (conferențiar) der literarischen und philosophischen Fakultät (1946–1948) und hatte bedeutenden Einfluss im Hermannstädter Literaturkreis (Cercul literar de la Sibiu) und auf Ion Desideriu Sârbu. 1943 war er Redakteur der Zeitschrift Saeculum, die ein Jahr lang erschien. Er war als Professor tätig bis 1948, als er seinen Lehrstuhl verlor und entlassen wurde. Bis 1960 durfte er keine eigenen Texte mehr veröffentlichen, sondern nur noch Übersetzungen.

Am 6. Mai 1961 starb Blaga in Cluj. Drei Tage später, an seinem 66. Geburtstag, wurde er in Langendorf beerdigt.1926 trat Blaga in den diplomatischen Dienst und hatte nacheinander den Posten eines Kulturattachés bei den rumänischen Vertretungen in WarschauPragLissabonBern und Wien inne. 1936–1939 war er Unterstaatssekretär des Außenministeriums und von 1938 bis 1939 Gesandter mit unbeschränkter Vollmacht in Portugal.

Literaturpreise und Auszeichnungen

Die Rumänische Akademie verlieh ihm 1935 den Großen Preis C. Hamangiu für „sein dramatisches und lyrisches Werk“. Ab 1936 war er aktives Mitglied der Akademie

  • 1949 betraute ihn die Rumänische Akademie mit der Abfassung zweier Kapitel der Geschichte der rumänischen Philosophie.
  • 1956 wurde er von Bazil Munteanu (Frankreich) und Rosa del Conte (Italien) für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen. Die Kommunistische Partei Rumäniens sandte jedoch eine Delegation nach Schweden, um die Verleihung des Preises an ihn zu verhindern.
  • Die Universität Lucian Blaga Sibiu trägt seit 1995 seinen Namen.
  • Banknoten: 1998 und 2006 ist Blaga auf dem 5000-Lei bzw. 200-Lei-Schein abgebildet. Literatur: Cuhaj, 14th Edition, page 778, no. 107 (5000 Lei).

Veröffentlichte Werke

Gedichte

1919 – Poemele luminii,

  • 1921 – Pașii profetului,
  • 1924 – În marea trecere,
  • 1929 – Lauda somnului,
  • 1933 – La cumpăna apelor,
  • 1938 – La curțile dorului,
  • 1943 – Nebănuitele trepte,
  • Cântecul focului
  • Corăbii cu cenușă
  • Ce aude unicornul
  • 1923 – Tulburarea apelor
  • 1925 – Daria
  • 1925 – Ivanca
  • 1925 – Învierea, Pantomime in vier Aufzügen, und Fapta
  • 1927 – Meșterul Manole
  • 1930 – Cruciada copiilor
  • 1934 – Avram Iancu
  • 1944 – Arca lui Noe
  • 1964 – Anton Pann (posthum)

Postum veröffentlichte Gedichte

Vârsta de fier 1940–1944

Dramen

1921 – Zamolxe

Philosophie

Sein philosophisches Werk gliedert sich in drei Trilogien:

  • 1943 – Trilogia cunoașterii (Trilogie des Wissens) in drei Bänden: Eonul dogmaticCunoașterea lucifericăCenzura transcendentă.
  • 1944 – Trilogia culturii (Trilogie der Kultur) in drei Bänden: Orizont și stilSpațiul mioriticGeneza metaforei și sensul culturii
  • 1946 – Trilogia valorilor (Trilogie der Werte), Știință și creațieGândire magică și religieArtă și valoare.
  • Ein viertes Werk, Trilogia gnoseologică, blieb im Stadium der Planung.

Aphorismen

Lucian Blagas Aphorismen sind in folgenden Bänden festgehalten:

  • 1919 – Pietre pentru templul meu (Steine zu meinem Tempel)
  • 1926 – Ferestre colorate (farbige Fenster), Aufzeichnungen und Fragmente
  • 1945 – Discobolul, Aphorismen und Aufzeichnungen
  • 1977 – Elanul insulei, posthum erschienen
  • Luntrea lui Charon, autobiographischer Roman, 1992 posthum erschienen
  • 1924 – Filosofia stilului
  • 1925 – Fenomenul originar
  • 1925 – Fețele unui veac
  • 1926 – Daimonion
  • 1931 – Eonul dogmatic
  • 1933 – Cunoașterea luciferică
  • 1934 – Censura transcendentă
  • 1934 – Orizont și stil
  • 1936 – Spațiul mioritic
  • 1936 – Elogiul satului românesc, Antrittsvortrag bei der Rumänischen Akademie
  • 1937 – Geneza metaforei și sensul culturii
  • 1939 – Artă și valoare
  • 1940 – Diferențialele divine
  • 1941 – Despre gândirea magică
  • 1941 – Religie și spirit
  • 1942 – Știință și creatie
  • 1947 – Despre conștiința filosofică
  • 1948 – Aspecte antropologice
  • 1968 – Zări și etape
  • 1969 – Experimentul și spiritul matematic
  • 1972 – Isvoade
  • 1977 – Ființa istorică
  • Gotthold Ephraim Lessing, Nathan der Weise, 1956
  • Din lirica universală, 1957
  • Din lirica engleză, 1958

Prosa

Hronicul și cântecul vârstelor, autobiographisch, 1965 posthum erschienen

Essays und philosophische Studien

1922 – Cultură și cunoștință

Postum veröffentlichte Aufsätze

1966 – Gândirea românească în Transilvania în secolul al XVIII-lea

Übersetzungen

J. W. Goethe, Faust, 1955

 

 

 

Beitrag zusammengestellt von: Horst Theil         

Quelle: Wikipedia.de

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