Mein Leben in Rumänien – Kapitel 1


Und Jetzt wie versprochen, das erste Kapitel aus dem Buch “ Mein Leben in Rumänien“ von Walter Graef, herausgegeben von: R. G. Fischer INTERBOOKs

– Erstes Kapitel –

Mein Elternhaus und Kindheit in Broos  1931 – 1939

Die Stadt Broos (Orastie) liegt zwischen Mühlbach (Sebes Alba) und Diemrich (Deva) am Brooser Bach, einem linken Nebenfluss des Mieresch. Landläufig gilt Broos als westlicher Punkt des sächsischen Siedlungsgebietes.

Mein Vater  Walter Graef ist als 8–tes Kind 1902 geboren, sein Vater war Riemnermeister. Er hat als Kaufmann gearbeitet, war Geschäftsführer der Eisenwarenhandlung aus Broos, nachher selbständiger Kaufmann. Er importierte aus Österreich  (Spital am Pyrn) Sensen und Sicheln,  die er in ganz Siebenbürgen und im Banat verkaufte.

Meine Mutter Elsa  Graef geborene Fabritius ist in Mühlbach im Jahre 1907 geboren. Ihr Vater Josef Fabritius war Kaufmann hatte ein Kolonialwaren Geschäft  in Mühlbach Sie hatte noch zwei Brüder, Friedrich ein Jahr älter und Helmut ein Jahr jünger als Sie.

Ich Walter Graef bin am 18 Oktober 1931 in Broos geboren, als ältester von 3 Kindern. Mein Bruder Ortwin ist am 21 April 1935 und  meine Schwester Grita am 13 Dezember 1937  geboren.

Meine Kindheit habe ich in Broos verlebt, natürlich ging ich in den Kindergarten, kann mich noch sehr gut an meine Kindergartentante Frau Hertha Schebesch erinnern.

Da mein Vater sehr viel unterwegs war , hatte sein eigenes Auto musste ja in allen Orten die Geschäftsleute aufsuchen um die Sensen und Sicheln zu verkaufen , und da er ein großer Raucher war  , wurde  er Leberkrank , und ist leider viel zu früh , am 11 Mai 1938  an Leberzirrhose verstorben  Ich hatte ein sehr inniges Verhältnis zu meinem Vater , sein früher Tod war ein Schock für mich ,der schwer zu verkraften war.

Meine Mutter blieb mit uns 3 kleinen Kindern allein, die Schwester war erst 5 Monate alt. In dieser schweren Zeit war Ihr, ihr

Schwager Erich Graef , sehr behilflich nicht nur um alle Formalitäten zu erledigen , sondern auch ein richtiger Vaterersatz für uns Kinder.

Im Herbst des Jahres 1938 bin ich in Broos in die erste Volksschulklasse gekommen, mein Lehrer  Herr Fernengel, war einerseits sehr streng, aber auch sehr korrekt, haben Ordnung und Disziplin gelernt.

In den Jahren meiner Kindheit hatte ich ein sehr inniges Verhältnis zu  meinen Tanten Josefine Jäger (Witwe, ihr Mann war in ersten Weltkrieg gefallen) und Else Graef, sowie zu meinen Cousinen Lia und Mausi (Hermine) Graef. Lia ist leider in Russland verstorben wohin Sie mit ihrer Schwester Mausi (Hermine) deportiert wurden. Mausi lebt heute allein  in Freiburg, war 89 Jahre alt. Im Jahre 2011 hat Sie ihren Sohn verloren, ist mit  60 Jahren verstorben.

Als Freunde aus dieser Zeit, die auch in den folgenden Jahren bestanden hat, nenne ich besonders Edwin Kuales und Butzi Kniesel der, leider 2012 verstorben ist. Die Freundschaft mit Edwin Kuales besteht auch Heute noch.

Meine Mutter hatte dann den Beschluss gefasst, das Haus in Broos zu verkaufen, das Geld in ein Grundstück in Mühlbach anzulegen, und mit der ganzen Familie nach Mühlbach zu ihrem Vater zu übersiedeln. Im Sommer des Jahres 1939 fand die Übersiedlung nach Mühlbach statt. Mühlbach, wegen seines milden Klimas gelegentlich auch das „Siebenbürgische Davos“ genannt, steht bei der Sonne hoch im Kurs. Frau Elise Thudt (1887 – 1986) sagte:    „In Mühlbach scheint die Sonne, weil sie will, anderswo hingegen, weil sie muss „. Mühlbach, ist die Hauptstadt des  Unterwaldes. Der Unterwald reicht von Hammlesch und Großpold im Osten, bis Broos im Westen. Verkehrsmäßig liegt Mühlbach am Scheitelpunkt zweier Nationalstrassen: (E81) DN 1 Hermannstadt (Sibiu) (56Km) – Mühlbach – Karlsburg (Alba Julia) – Klausenburg (Cluj) – Großwardein, (Oradea) und (E68) DN 7 Hermannstadt – Mühlbach – Deva – Arad.

Die Übersiedlung brachte für uns alle eine völlige Umstellung für mich  neue Freunde, andere Schule, ein anderes Leben, da ich auch im Geschäft meines Großvaters, helfen konnte.

Es muss gesagt werden, dass meine Eltern als Staatsbürger von Österreich – Ungaren geboren wurden. Am 01 Dezember 1919 wurde Siebenbürgen an Rumänien angeschlossen, und alle erhielten die rumänischen Staatsbürgerrechte. Die Nationalität, also die Volkszugehörigkeit blieb erhalten, dieses sowohl für die Ungaren, auch heute noch 1,7 Millionen Ungaren in Rumänien, mit eigener ungarischen Partei. Auch  die Deutschen, heute zwar nur noch wenige im Lande leben,  haben aber deutsche Schulen, und in Hermannstadt und Temeschburg deutsches Theater. Auch das deutsche Forum ist eine politische Organisation, mit einem Abgeordneten in der National Versammlung.

FORTSETZUNG FOLGT

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2 Gedanken zu “Mein Leben in Rumänien – Kapitel 1

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