Petroleum


Ich habe schon mal in einem anderen Beitrag das Thema Petroleumkocher erwähnt.

Ja, ich denke und hoffe dass die jüngere Generation sich nicht mit so etwas beschäftigt hat, und es auch in Zukunft nicht muss.

Das war in meiner Kindheit in fast jedem Haushalt gang und gebe  das man Petroleum  – Kocher und Petroleum – Lampen besaß.

Den Petroleum – Kocher kenn ich in Zwei Ausführungen, die alte Form und die Neuere Primus genannt. Der „ alte „ Kocher war eine einfache Konstruktion, ein Petroleum – Behälter mit Docht und Einstellrad auf dem ein röhrenartiger, am oberen Ende erweitert zum Topfhalter der mit einem Rost versehen war, bestand. Es ist noch zu erwähnen das an der Vorderseite der „ Röhre“ sich eine kleine Türe befand, durch die man den Kocher anzünden konnte und die stärke der Flamme beobachten. Das war sehr wichtig vor allen Dingen beim einstellen durch das besagte Einstellrad, mit dem man die Höhe des Dochtes und so mit die stärke der Flamme regulieren konnte.

Primus

Primus Kocher

 Die „ neuere Ausführung“ war viereckig und hatte auch einen Petroleum – Behälter mit Docht und regulier – Rad. Der Unterschied zum alten war, das der Priemus aus einem viereckigem Gestell, das im unteren Bereich den Behälter und im oberen Bereich den Topfaufsatz besaß. Zwischen dem Behälter und Topfaufsatz befand sich die so genannte „Patrone“.

Das war eine Metallröhre die im Inneren 2 biss 3 innere Rören, die durch viele kleine Löcher verbunden waren Bestand. Nur die Innere Röhre passte auf den Dochthalter, die äußeren hatten unten ein Sieb durch das Frischluft angesogen wurde. Nach einer Aufheizphase stieg die Flamme in dieser Patrone hoch biss zum oberen Rand und brannte mit Blauer Flamme mit einem Geräusch ähnlich einem Gasbrenner. Also eine deutlichere Effizienz der Hitzeausbeute.

Alle zwei Modelle hatten den Nachteil dass es immer nach verbranntem Petroleum roch.

Diese Kocher wurden meistens in der „Sommerküche“ benutzt, aber nicht nur. Es gab um diese Zeit auch Gaskocher, aber die konnte sich nicht jeder leisten da sie relativ teuer waren.

Zu dieser Palette gehörten auch die Petroleum – Lampen.

Diese waren auch in verschiedenen Ausführungen vorhanden. Zum Beispiel die Standlampen, die selber in verschiedenen Modellen vorhanden waren. Einige waren mit schönen Glasschirmen versehen und mit Kunstvoll verziertem Lampenständer. Andere waren in einfacher gestalteter Ausführung, für schmalere Geldbeutel gemacht. Das waren die Tischlampen.

Tischlampe

Tischlampe

Da gab es noch die Hängelampen die mit einer Hängevorrichtung und Reflektions- Spiegel versehen waren. Diese konnte man irgendwo an der Wand aufhängen um Licht zu haben.

Hängelampe

Hängelampe

 

 Hängelampe1

 Hängelampe

Eine weitere Kategorie bildeten die Sturmlampen oder Stalllampen genannt.

Diese waren so gemacht dass sie auch bei Wind und Wetter noch brannten und Licht spendeten.

Ihre Funktion war damals so wie heute die Batteriebetriebenen Taschenlampen, also das man sie überall dort einsetzte wo man mobiles Licht benötigte.

Sturmlampe

Sturmlampe

In meiner Kindheit war schon elektrisches Licht, aber die alten Leuchtmittel noch vorhanden, da es sehr oft Stromausfall gab.

Der Brennstoff, das Petroleum wurde vom „ Competroll“ gekauft. Wir hatten eine alte Milchkanne von ungefähr 25 Litern als Behältnis für den Petroleum – Vorrat. Wenn dieser sich dem Ende neigte dann ging ich meistens mit meiner Mutter um Nachschub zu besorgen mit. Die Milchkanne wurde auf den Handwagen verstaut und es ging los. Der weg führte von der Altgasse über die Quergasse in Richtung Daia und Kaserne. Nach Überquerung der Bahnhofsgleise die mit Schranken versehen waren ging es scharf nach rechts und man war an der Ausgabestelle angekommen. Herr Binder war hier lange Jahre der das Petroleum oder „Leichtbenzin“ verkaufte. Wenn man Glück hatte waren nicht viele Leute in der Schlange, was aber selten war. Das Petroleum wurde aus Fässern verkauft und in Maßbehältern gemessen und dann an den Kunden weitergegeben. An derselben Stelle wurden auch die Gasflaschen gelagert bevor sie mit einem Auto von Herr Albrecht in den Strassen ausgeliefert wurden.

In späteren Jahren geschah dies von anderer Stelle her. Nach dem Kauf des Petroleums ging es dann wieder Heim  über den Heumarkt, die Quergasse bis in die Altgasse wo ich als Kind mit meinen Eltern wohnte.

Es war eine nicht leichte Zeit, aber ich erinnere mich immer gerne daran.

Beitrag geschrieben von: Horst Theil

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2 Gedanken zu “Petroleum

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