Der Winter in Mühlbach.


Ja, es naht der Winter und ich erinnere mich an diesen wie es so war damals in meiner Kindheit. In der Regel war es eine strenge und kalte Jahreszeit. Wen im späten Herbst die Blätter von den Bäumen fielen, die Zugvögel alle weg waren und die Tage immer kürzer wurden, spätestens dann musste man mit den Vorbereitungen für den Winter fertig sein.

In der „ Speiß“ (Speisekammer) mussten die Regale mit Eingemachtem gefüllt sein. Vom „ Zwetschkenleckes“ bis saure Gurken und Sakuska . Das gleiche auch für den Hauskeller, von „Krumpiren“ (Kartoffeln) bis Sauerkraut Gemüse und Wein.

Was ganz wichtiges durfte man nicht vergessen, das Brennmaterial für den Winter.

Man musste dafür sorgen dass man alles den Sommer über  beschaffte. Da in meiner Kindheit in Mühlbach noch kein Erdgas für Privathaushalte vorhanden war musste man auf alternativen ausweichen.

Das war in der Regel Holz, von besserer oder minderer Qualität. Ich erinnere mich dass auch das beschaffen von Brennholz immer Schwierig war da beim „ Comlemn“ meistens nur Reste oder keines war. Daher kaufte man auch vom Sägewerk Schwarten oder sogar Lattenabfälle.

Eine weit verbreitete Heizmethode war die mit Sägespänen. Da diese auch vom Sägewerk gekauft wurden und billiger als Holz waren hatten wir im Wohn und Schlafzimmer je einen Sägespäne Ofen. In der Küche natürlich einen Sparherd mit Holz befeuert.

Da ich davon ausgehe das die jüngere Generation nicht weiß was das war, werde ich versuchen eine kleine Beschreibung dieses Ofens zu machen.

Ein Sägespäneofen besteht aus zwei ineinander passenden, zylinderartig geformten und verbundenen Blechen. Der äußere Zylinder war am oberen Ende mit einem Deckel versehen. Das Ganze stand auf 3 oder 4 Metallbeinen. An der Rückseite befand sich der Rauchabzug.

Des weiteren an der Unterseite ein separater Kasten aus Blech der Über ein Loch mit dem Zylinder verbunden war, und an der Vorderseite einen Schieber hatte,  der zur Luftregulierung diente.

Der Innere Zylinder war etwa 5 cm kleiner und mit zwei Griffen versehen, da dieser herausnehmbar sein musste. An der Unterseite befand sich auch ein Loch von der Größe  wie im äußeren Zylinder. Der Innere Zylinder war die „ Tonne“. Wie betrieb man so einen Ofen?

Man stellte die Tonne auf den Boden und führte ein rundes holz von oben bis in das erwähnte Loch. Dann füllte man um das Holz herum Sägespäne und stampfte sie fest. Das alles in mehreren Schritten, immer je 20 cm, bis sie voll war. Wen das geschehen war zog man das Holz vorsichtig heraus, so das ein Schacht zurückblieb der mit dem Unteren Loch verbunden war. Danach trug man die Tonne zum Ofen setzte sie ein und deckte dann den Ofen mit dem Deckel zu. Das entzünden machte man über den Luft Schieber von der Unterseite. Dafür hatten wir einen Metalltiegel mit langem Griff wo man ein paar Späne und ein bisschen Petroleum hinein gab und entzündete.

Diese Art von Öfen war in ganz Siebenbürgen und Banat verbreitet. Natürlich nur dort wo man auch an Sägespäne heran kam.

In der Regel brannte so eine Tonne 6 – 7 Stunden, und lieferte sehr gute Wärme.

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Ein Modell vom Sägespäne Ofen

saegespaeneofen 

Die Tonne

 

Ja, wen der Speisevorrat und die Wärme gewährleistet waren da stand den gemütlichen Winterabenden nichts mehr im Wege.

Da kamen abends mal Nahbaren auf Besuch und es wurde Karten gespielt oder remmy.

Manchmal wurde auch aus beiden Weltkriegen erzählt, und die Kinder waren immer Fasziniert.

So ging mancher Winterabend zu ende.

Beitrag geschrieben von: Horst Theil

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