Das Kränzchen


– Das Kränzchen –

 

Die meisten Mühlbacher kennen diesen Begriff. Ich möchte ihn aber trotz allem, und vor allen Dingen für die Jüngere Generation, erläutern.

Nach dem der alte Brauch mit den Nachbarschaften im laufe der Zeit in Mühlbach abgenommen hatte bis zum völligen Verschwinden, kam langsam, schon in früher Zeit eine neue Form des Zusammenseins in Mode, das Kränzchen. (oder der Kranz)

Was war das?  So ähnlich wie in der Nachbarschaft war das eine Gemeinschaft von Freunden und befreundeten Bürgern, die sich verbunden fühlten und gut miteinander auskamen. Ich  sage so ähnlich wie die Nachbarschaften weil in diesen alle Mitglieder auch gewisse Pflichten und  selbstverständlich  auch Rechte hatten. Dass war im Kränzchen nicht gerade so streng gehalten worden. Die Mitgliedschaft im Kränzchen war nicht Wohnortsbedingt wie in der Nachbarschaft, es herrschten auch keine festgeschriebenen Regeln. Selbstverständlich half man sich auch da gegenseitig aber es war kein muss. Das Verhältnis miteinender beschränkte sich auf gemeinsames Feiern, manchmal auf gemeinsame Freizeitgestaltung und auf gegenseitige Besuche, um einfach zu Plaudern, oder einen schönen Tag oder Abend gemeinsam zu verbringen.

Die Kränzchen waren nach Altersgruppen gegliedert, jüngere oder ältere Generationen.

Ich kann mich erinnern dass meine Eltern in das Kränzchen aus der Caribagasse gingen.

Das Kränzchen kam immer zu Feiertagen, oder an den Wochenenden zusammen. Es wurde immer auch Silvester zusammen gefeiert, desgleichen Geburtstage oder einfach so ohne Begründung. Im Sommer war das einfach, man stellte ein paar Tische und Stühle in den Hof und alles war in bester Ordnung. Zu Ostern natürlich gingen die Männer Ihre Frauen gegenseitig „Bespritzen“, was auch bei den Kindern gemacht wurde, die Buben gingen die Mädchen des Kränzchens bespritzen.

Man ging im Sommer manchmal auch gemeinsam in die Hundserlen baden. Jeder Brachte etwas zum Grillen für das „ Holzfleisch“ mit, des gleichen Getränke die im Bach kühl gehalten wurden. Alle genossen einen schönen gemeinsamen Tag mit essen und trinken, mit Geplauder und baden.

Wen eine Feier anstand so wie Silvester oder Fasching wurde der Wein immer von einem Bauern gekauft so das nur eine Sorte da war, dasselbe mit dem Schnaps.

Ein Traditions- Essen zu Silvester war die geräucherte Bratwurst in Krautsuppe (sächsisch Gech) gekocht. Natürlich neben anderen Gerichten so wie Sauerkrautwickel (rum. Sarmale).

Die Mitglieder des Kränzchens gingen mit der Generation immer mit so dass sie immer beisammen blieben von der Jugend bis ins Alter.

Heditante Kranz  1957 NEU

Frauen – Kränzchen 1957

Heditante Kranz 1957 NEU 2

Frauen – Kränzchen 1957

Beitrag  geschrieben von: Horst Theil 

Bilder : Manfred Ziegler

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