Mein Leben in Rumänien – Kapitel 6


Aus dem Buch ” Mein Leben in Rumänien”

von Walter Graef,

herausgegeben von: R. G. Fischer INTERBOOKs

– Sechstes Kapitel –

Kautschuk Kombinat Onesti  1959 – 1969

Am ersten Juli 1959 habe ich meinen Dienst in Onesti begonnen. Ich war der 180 Angestellte, die meisten waren aber Monteure und Ingenieure, welche die Montagen überwachten, und nach Fertigstellung, zu einer anderen Baustelle weiter zogen. Wir waren nur ca. 50 Angestellte für den Zukünftigen Betrieb. Der General Direktor des Kombinates, Anton Moldoveanu war bemüht viele und gut ausgebildete Leute zu finden. Da ich an der technischen Schule in Kopisch als Studiendirektor tätig war, bekam ich von ihm gleich zwei Aufgaben. Erstens sollte ich mich mit der Organisation einer Qualifizierung Maßnahme befassen , um mindestens 500 Leute in einem 6 Monate Lehrgang als Chemiearbeiter auszubilden , zweitens sollte ich mich vorbereiten die Gespräche im Namen des Kombinates mit der Firma Petrocarbon  aus England und dem Projektanten aus Bukarest , in Bukarest beim Chemie Ministerium für die neue Polistyrol Anlage zu führen .

Der General Direktor war schon ein älterer Herr, Parteimitglied aus dem Jahre 1936 ( Illegalist ), guter Freund mit Mihail Florescu dem Chemie Minister auch Parteimitglied von 1936 dieser hatte als Armee Oberst  in Spanien gegen Franco gekämpft.

Auch bekam ich den Auftrag, zusammen mit einem Herrn aus dem Ministerium, alle Chemie Betriebe des Landes zu besuchen, um gutes Fach – Kräfte zu überzeugen sich nach Onesti zum Kautschuk Kombinat versetzen zu lassen. Diese Fahrt wurde mit einem PKW des Ministeriums gemacht. Die Personen die zugestimmt haben, wurden auch gegen den Willen ihres Direktors durch Befehl des Ministers nach Onesti versetzt.

Hier eine Insiderbemerkung, der PKW des Ministeriums hatte eine Zulassungsnummer  B – und eine vierstellige Nummer die mit 5 begann 5xxx Alle PKW mit so einer Nr. B- 5xxx durften von der Polizei nicht aufgehalten oder kontrolliert werden, diese waren alle  bei der Staats Sicherheit registriert.

Nach meiner Ankunft, durfte ich mir die Wohnung in der Kolonie die für das Intervention Personal vorgesehen waren  die neben dem Kombinat war, selbst aussuchen, jeder Wohnung stand  auch ein kleiner Garten zur Verfügung, zwar nur 130 qm, aber genug um Gemüse anzupflanzen. Meine Frau blieb Hausfrau, da wir die Erziehung der Kinder als wichtiger befanden. Wir hatten 2 Zimmer, Küche, Bad, Kammer und einen großen schönen Balkon .sofort zugeteilt bekommen.

Im September 1959, kamen die Absolventen der Hochschulen aus Jassy  Klausenburg und Bukarest, diese jungen Absolventen  wurden als Lehr Kräfte für die von mir organisierte Qualifizierung – Kurse eingesetzt. Der Lehrstoff war besonders  der Herstellung des Kautschuks gedacht.

Der Grundstoff waren die Gasfraktionen C 3   Propan und  C 4 Butan sowie das Benzol, welche direkt aus der Raffinerie kamen, die neben dem Kautschuk Kombinat war.

Aus Butan wurde Butadien hergestellt, aus Benzol und Propan Isopropilbenzol, dieses diente erstens zur Polimerisation mit Butadien zu Kautschuk, andererseits zur Herstellung von Phenol und Azeton.

Die Jahreskapazitäten waren 50.000 Tonnen Kautschuk, 18.000 Tonnen Phenol und 11.000 Tonnen Azeton.

Zur Herstellung des Polistyrol, 6.500 Tonnen im Jahr, wurde auch das Styrol  aus Benzol selbst hergestellt.

In der Technischen Schule aus Onesti habe ich auch wie in Kopisch, Unterricht in Verfahrenstechnik erteilt.

Der General Direktor hatte das Versprechen des Ministers, das alle Absolventen der technischen Schulen  (2 Jahre nach dem Abitur)aus Ploesti und Fogarasch auch nach Onesti zugeteilt  werden. Im April 1960 wurde eine Schülerin in Ploesti exmatrikuliert dieses hatte unser General Direktor erfahren, er rief mich und schickte mich nach Ploesti, er wollte erfahren welches der Grund sei , er bekäme einen Absolventen weniger. Es stellte sich heraus, dass die Schülerin einer Kollegin einen Zettel mit einer Bemerkung gab, diese wurde politisch interpretiert, und da Sie Pfarrerstochter war, sofort exmatrikuliert. Als der General Direktor erfuhr das der eigentliche Grund die Herkunft als Tochter eines Pfarrers war, sprach er mit dem Minister, Florescu und auf Befehl des Ministers wurde die Schülerin nach Onesti versetzt, und konnte die Schule als Absolventin verlassen .

Nun wollte der General Direktor sicherstellen, dass bei der Aufnahme Prüfung nach dem Abitur, alles sicher verlaufen soll. Er  rief den Direktor der technischen Schule  zu sich und sagte ihm: Genosse Duca ich verlange von Ihnen das bei der Aufnahme Prüfung alles klappt, ich habe verstanden, werde nur Arbeiterkinder Aufnehmen. Der General Direktor lief Puterrot im Gesicht an und Sagte:  nein zum Teufel, die Antwort, wie  soll ich auch Kinder von Pfarrern aufnehmen? Hören Sie, mich interessiert nicht was die Eltern sind, ich brauche qualifizierte Facharbeiter nicht Direktoren Sie, sollen etwas wissen und können, einen hellen Kopf haben .Haben Sie mich verstanden.

Der Personal Chef Sorta, war sehr engstirnig, wenn einer sagte bei der Anstellung er sei Ingenieur, fragte er, aber ein paar Klassen Gymnasium haben Sie?  Der General Direktor meinte, so wie er denkt, würde er mich nicht in die Partei aufnehmen.

Ich musste nun öfter nach Bukarest zum Ministerium fahren, da dort die Verhandlungen für die neue Polistyrol Anlage geführt wurden Meine Frau war schwanger mit dem zweiten Kind, aus diesem Grunde ist Sie nach Hause nach Sächsisch Regen gefahren um dort zu entbinden . Am 25 Oktober 1960 ist unser Sohn Horst geboren, ein Telegramm erwartete, mich 2 Tage später als ich aus Bukarest zurück in Onesti war. Nun war ich glücklicher Vater von 2 Kindern.

Mein Studienkollege Petru Bunea, der mich ja nach Onesti geholt hatte, wurde Stadtpartei – Sekretär für Wirtschaftsfragen, er konnte nun in seiner neuen Funktion, das Kombinat unterstützen, was er auch getan hat. Er war auch Mitglied im Zentralkomitee der kommunistischen Partei in Bukarest. In dieser Zeit konnte ich noch einige gute Fachkräfte überzeugen sich nach Onesti versetzen zu lassen. Unter diesen war der Chemiker Albert Schwarz, der später Leiter der Qualität – Kontrolle war, der Chemiker Robert Lipkovits, der zuerst Betriebsleiter für die Katalysatoren Anlage war, später Leiter der technischen Dienststelle für das Kombinat. Auch meinen  Bruder, der Mechanik Meister in der Independenta in Hermannstadt war, holte ich nach Onesti. Die Anlage für Synthese  Kautschuk  war ein russisches  Projekt , nun wurde aber der Beschluss gefasst , die letzte Anlage in welcher der Kautschuk getrocknet und zu Ballen gepresst wird , in einer neuen moderneren Anlage zu machen , die in Westdeutschland gekauft wurde , für welche auch die ganze Mess – Technik und Automatisierung aus dem Westen kam. Der Vermittler Herr Werner Schmitz kam nun öfter nach Onesti, sowie zur Montage Herr Leuschen, für die Messtechnik Herr Füchthay und andere. Ich wurde zu all diesen Gesprächen als Dolmetscher hinzugezogen, was nachher einen Besuch von einem Offizier der Staatssicherheit zur Folge hatte, da man ja erklären musste ob etwas negatives über eins oder das andere gesagt wurde.

Nun begann auch die Montage für die Polistyrol Anlage, Leiter war Herr Zeiner der, in Arad geboren , 1937 nach Kanada ausgewandert kanadischer Staatsbürger , in Frankreich in Pau mit einer Französin verheiratet , und in England für Petrocarbon arbeitete . Mit Herrn Zeiner ist im laufe der Zeit, genau so wie mit Werner Schmitz eine freundschaftliche Beziehung geworden. Für die Inbetriebnahme von der Polistyrol Anlage sind noch andere Engländer gekommen, die technologische Leitung hatte Herr Cummings, ein Australier .Ich war ständig gefordert, bei allen Gesprächen beim General Direktor dabei zu sein.

Im Frühjahr 1961 wurde ich vorgeschlagen für den Wahlkreis 66 der  Arbeiter Kolonie die neben dem Kombinat war für den Rat der Stadt zu kandidieren, dieses konnte ich sowohl meinem Studienkollegen Bunea, als auch dem General Direktor verdanken. Bei den Wahlen am 6 März wurde ich gewählt, hatte ja keinen Gegenkandidaten, hatte aber auch nichts zu sagen, die Beschlüsse die der Stadt Rat fasste, waren von der Partei vorgegeben.

Nun sollte sich eine große Änderung für mich anbahnen  Der General Direktor sollte nach Bukarest versetzt werden, als General Direktor sollte mein Studienkollege Petru Bunea ernannt werden. Nun wollte er, ich solle die Funktion des Organisationsleiter über das ganze Kombinat übernehmen, was ich zuerst nicht wollte, doch er hat meine Frau überzeugt, denn es sei besser ich werde vom General Direktor Moldoveanu ernannt, denn er würde mich ja so wieso ernennen, doch dann könnte man ihm Vetternwirtschaft vorwerfen. Die Würfel waren gefallen, am 21 September 1962 wurde ich zum Organisationsleiter ernannt.

Über den General Direktor Moldoveanu möchte ich noch berichten , das er den Menschen nach seinem können schätzte, nicht nach seiner Herkunft ( die zu der Zeit  ausschlaggebend war ) Eines Tages kam ein Funktionär vom Stadt  – Partei -Komitee und verlangte von ihm er solle Frau Tautu entlassen, da sie Pfarrerstochter sei und mit geheimen Dokumenten arbeite (Technikerin im Investitionsbüro ) Diesen Funktionären hat er nach Hause geschickt, er würde die volle Verantwortung für alle Angestellten haben, und Mitglied im Komitee  der Region- Partei sei (Region Bacau ).

Da kam einmal einer und schwärzte einen Meister an, er hätte hinter den Apparaten, mit einer Frau Sex gehabt, der Generaldirektor fragte  wann war das  um halb eins, so also in der Mittagspause, nicht in der Arbeitszeit, interessiert mich nicht. Für seine Leute setzte er sich immer ein, war stets bemüht guten Fachleuten zu bekommen

Da meine Schwiegereltern in Sächsisch Regen allein waren, Ihre kleinere Tochter Müller Renate die Schwester meiner Frau  ist auch nach Onesti gekommen und hat die Technische Chemieschule (nach ihrem Abitur) besucht. Ich konnte es durchsetzen für meine Schwiegereltern eine Wohnung zu bekommen , mein Schwiegervater der Kunstmaler war , hat einen Kunstkreis ins Leben gerufen, Ausstellungen organisiert, und so zum Kunst Leben der Stadt beigetragen. Für uns war das auch sehr wichtig  da meine Schwiegermutter auf unsere Kinder sorgte wenn wir in den Urlaub fuhren.

Ich war seit vielen Jahren Briefmarken Sammler, hatte auch Tauschpartner in Polen sowie in der DDR. Herr Borkowski  aus Breslau (Wroclaw) hatte mich und meine Frau eingeladen den Urlaub

bei ihm zu verbringen. Die Kombinatsleitung  musste zustimmen, dass wir einen Pass erhalten. Wir haben den Pass bekommen und sind im Oktober 1962 zu unserer ersten Auslandreise nach Polen gefahren.

Unsere Kinder blieben in der Obhut ihrer Großeltern. Mein Tauschpartner Herr Borkowski arbeitete bei der Postdirektion in gehobener Stellung die Familie hatte 2 Töchter 6 und 9 Jahre alt. Wir haben in Breslau alle Sehenswürdigkeiten gesehen, und schöne Tage verlebt. Bei unserer Rückreise mit Umsteigen in Kattowitz gab es eine Verspätung die dazu geführt hat,  das wir in Budapest  den Zug nach Rumänien verpasst haben, mussten also bis nächsten Tag warten. Meine Frau hatte nach ihrer Rückkehr aus Ploesti ( wo Sie in der Kriegszeit gewohnt haben da zu der Zeit Sächsisch Regen zu Ungaren gehörte ) nach  Sächsisch Regen das Ungarische Gymnasium besucht, die Sächsische Bevölkerung wurde nach dem Front-Wechsel 1944 von der Wehrmacht evakuiert, da keine deutsche Schule mehr war hat Sie das Ungarische Gymnasium besucht und 1952 das Abitur gemacht, konnte also perfekt ungarisch . Nun hat Sie beim Bahnhof Vorstand vorgesprochen und erreicht das wir und noch ein Herr der nach Bukarest sollte im Hotel der Bahn Angestellten kostenlos übernachten konnten, wir hatten ja kein ungarisches Geld. Dieser Mann ein Jude, war uns sehr dankbar, das wir uns für ihn einsetzen, am nächsten Tag ging er zur jüdischen Gemeinde in Budapest  und hatte um Geld gebeten, welches er dann mit uns teilte. Auch hatte er verzichtet mit einem ungarischen Rabbiner nach Bukarest zu fliegen, er könnte uns ja nicht alleine lassen, da wir ihm geholfen hatten.

Hier haben wir erfahren was Mensch sein bedeutet, egal was er ist und von wo er kommt. In meiner neuen Funktion musste ich bald feststellen, dass ich nur mit meinen Kenntnissen als Chemiker nicht weit kam, da ich nun auch für das wirtschaftliche zuständig war. So habe ich mich entschlossen ein zweites Studium zu beginnen. Für Führungskräfte mit mindestens 5 Jahre Erfahrung, gab es die Möglichkeit  ein 2 jähriges Postuniversitäres Studium für Wirtschaftsingenieure zu machen. Ich habe die Erlaubnis des Ministers erhalten dieses Studium zu machen, dafür war jährlich ein Studienurlaub von einem Monat vorgesehen, (für die Prüfungszeit) außer dem normalen Urlaub. Es war ein Fernstudium, an der Technischen Hochschule aus Bukarest. Aber der eine Monat 1963 und 1964 hat viel Schweiß und Energie gefordert .1965 habe ich dann mein zweites Staatsexamen abgelegt, die Diplom – Arbeit war ein technisch – wirtschaftliches Studium der Styrol Herstellung. Meine Frau kam auch nach Bukarest und wir flogen zusammen nach Klausenburg, zum zehn jährigem Absolvententreffen  der Universität aus dem Jahre 1955 .So konnte ich doppelt feiern, es waren schöne Stunden, man traf die Kollegen wieder, aber auch unsere Professoren die natürlich alle eingeladen waren. Dieses zweite Studium brachte mir auch einen finanziellen Vorteil, ein Doktor Titel wurde in Rumänien  mit 300 Lei als Zulage zum Gehalt bezahlt, ein Wirtschaftsingenieur mit 70 % davon, also erhielt ich ab 1 Juli 1965 zusätzlich die 210 Lei zu meinem Gehalt .

Da ich ja immer mit den Ausländern für die Polistyrol Anlage gearbeitet habe, verlangte der Offizier der Sicherheit, ich solle zusammen mit meiner Frau mit den Ausländern Silvester feiern, damit diese nicht allein seien und die Sicherheit wollte ja auch wissen was diese über die politische Lage im Lande sowie andere Gespräche

wissen. Hier kann ich wirklich die Wahrheit sagen, ich war für diese Personen eigentlich ein „Schutzengel“ da die Staats – Sicherheit negative Gespräche, nie erfahren hat. Meine Berichte bezogen sich immer auf normale Gespräche sowie auch über positive Aussagen.

Am 8 März  des Jahres 1965  gab es wieder Wahlen für den Stadt Rat aus Onesti, ich wurde wieder gewählt, wieder für 4 Jahre bis 1969 diesmal zum letzten Mal, die Stadt bekam einen neuen Ersten Partei Sekretären, der sich andere Leute ausgesucht hat. Meine Aufgabe war die Wirtschaftsfragen im Kombinat zu unterstützen, dieses war ja mein Beruf, da ich als Organisationsleiter die rechte Hand vom General Direktor war. Was für mich als Vorteil galt, war für unsere Tochter Harriet und später auch für unseren Sohn Horst ein Nachteil. Wir sprachen ja zu Hause  Deutsch, die Kinder aber auf der Straße mit ihren Freunden nur rumänisch. Auch gab es in Onesti keine deutsche Schule, wie in Siebenbürgen wo in jeder Stadt und Dorf eine deutsch Volksschule mit 8 Klassen war, in Hermannstadt, Mediasch,  Schäßburg, Kronstadt sowie in Bukarest  und Temeschburg gab es und gibt es auch Heute noch, deutsche Gymnasien.

Auf Grund meiner Ausbildung als Chemiker und Wirtschafts- – Ingenieur, wurde ich vom Ministerium in eine Kommission berufen die im Herbst des Jahres 1965 alle große Chemie Einheiten zwecks Kontrolle und Zukunft Anleitungen zu besuchen. Im Sommer des Jahres 1966 habe ich mit meiner Frau eine Reise in die DDR gemacht. Den Pass hatten wir nach einer längeren Zeit und Erfüllung vieler Formalitäten erhalten. Die Kinder blieben bei den Großeltern  Meine Brief – Tausch – Partner, Familie  Obermüller aus Lassan sowie die Familie Wahl aus Leipzig hatten uns eingeladen .Der erste Besuch war in Lassan bei der Familie Obermüller, ein kleines Städtchen an der Penne, gegenüber die Halbinsel Usedom. Herr Obermüller ein Angestellter der Sparkasse hat uns nicht nur die nähere Umgebung die Halbinsel Usedom, mit den schönen Bädern bis Ahlbeck an der Polnischen Grenze gezeigt, mit ihm besuchten wir auch die Insel Rügen, waren auf Schloss Granitz wo Bissmark  die Verfassung geschrieben hat, haben in Bergen den Ernst Moritz Arndt Turm besichtigt, den Hafen in Saßnitz wo gerade das Fährschiff die Trelleborg ankam ,nachher  den Kreidefelsen. Wilfried Obermüller der Sohn der Familie war zu der Zeit noch am Gymnasium, mit Ihm bin ich auch Heute in Verbindung. (Nach der Wende  war er bis zu seiner Rente Bürgermeister in Ilsenburg)  Nachher fuhren wir nach Leipzig  zur Familie Wahl, Manfred war Eisenbahn Ingenieur mit Ihm besuchten wir die Internationale Gartenausstellung in Erfurt, und lernten natürlich Leipzig kennen, die Oper, das Völkerschlachtdenkmal das Stadion usw.

Die allgemeine Feststellung  war, die DDR hatte einen höheren Lebens- Standart  als wir in Rumänien. Die Rückreise haben wir so geplant, zuerst nach Dresden zu fahren, das Gepäck am Bahnhof lassen dann zum Zwinger und die schöne Gemäldegalerie und das Grüne Gewölbe sehen, wir blieben bis man uns wegen der Sperrstunde gegen Abend hinaus gebeten hat. Spät am Abend haben wir dann den Zug bestiegen der uns zurück nach Rumänien brachte.

Auch mit der Familie Wahl sind wir enge Freunde geworden, Sie haben uns in Rumänien besucht und wir  Sie wieder in der DDR, auch Heute besteht die Verbindung noch Bei meinem 80 Geburtstag waren Sie dabei.

Was den normalen Produktion – Ablauf in unserem Kombinat betrifft , hatte unser Kombinat oft Probleme mit der Raffinerie , die uns die Fraktionen  Propan ,, Butan und Benzol lieferte, (aber zum Erdöl Ministerium gehörte ) sowie auch mit dem Chemischen Kombinat, von wo wir die Salzlösung erhielten. ( Dieses Kombinat gehörte zwar zum Chemie Ministerium aber zur General Direktion für Anorganische Chemie, wir gehörten der General Direktion für  Organische Chemie. Alle diese 3 großen Einheiten waren auf derselben Industrie Plattform, jede jedoch mit eigener Führung und anderen Vorgesetzten, oft mussten Minister als Schlichter eintreten. Um dieses Problem zu lösen haben wir eine Dokumentation erstellt  und die Vorteile einer gemeinsamen Industrie Gruppe für Petrochemie geschildert. Der Aufwand war groß, hat auch viel Zeit in Anspruch genommen, aber er hatte sich auch gelohnt.

Durch Beschluss des Ministerrates wurde am 01 Mai 1969 die Industrie Gruppe für Petrochemie Onesti – Borzest gegründet. Wir waren in dieser Hinsicht die Vorreiter der Industrie Zentralen, die nachher in alle Ministerien entstanden sind. Nun werde ich kurz die Vorkommnisse des Jahres 1968 berichten, die Rumänien große Änderungen gebracht haben. In der Tschechoslowakei  hatte Dubcek versucht die Starrheit des kommunistischen System zu brechen, was dann zum Einmarsch der Russen geführt hat, Rumänien hat sich aus diesem Grunde den  Russen entgegen gesetzt, hatte Dubcek unterstützt, doch  dann die Grenze zu Russland sofort geschlossen, die Arbeiter in allen Fabriken wurden militarisiert  , und seine Politik nach dem Westen  orientiert . General Direktor Bunea (mein Studienkollege und guter Freund) hat mich und noch andere Kollegen detailliert informiert über die Sitzung beim Zentral Komitee der Partei (er war ja dort Mitglied). Rumänien hat ab diesem Datum an keinen Manövern des Ostblocks mehr teilgenommen. Als dieses einmal in Bulgarien war durfte nur ein Zug mit Russischem Militär durchs Land fahren, als er das Land verlassen hatte durfte der zweite einfahren. Es war die Angst dass eine Besetzung des Landes stattfinden könnte, da Rumänien ja keine Russische Besatzung mehr hatte. In seiner Politik hatte sich Rumänien dem Westen angeschlossen.  Neben Bukarest in Otopeni wurde ein Fortbildungszentrum für Führungskräfte gegründet, mit Fachkräften der Vereinten Nationen Leiter war Herr Pauli aus Genf. Zuerst wurden alle Minister und General Direktoren des Ministeriums und der großen Industrie Einheiten von Amerikaner dort geschult. Dann wurde beschlossen  Fachkräfte für die großen Industrie Einheiten auszubilden  damit die  nachher auch alles durchsetzen. Jedes Ministerium durfte 3 bis 5 Kandidaten schicken zu einem Test welches von den Amerikanern durchgeführt wurde. Ich wurde auch zu diesem Test geschickt , wir waren 65 Kandidaten für 20 Plätze, doch nur 16 haben den Test bestanden, ich konnte mich glücklich schätzen einer davon zu sein, um ausgebildet zu werden als Anallist für Organisation – Probleme und Führungs- – Methoden .

– FORTSETZUNG FOLGT –

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s