Rodelunterricht am Roten Berg


Roter Berg~1

Es geschah im Winter 1951 als Ich noch Schüler in der 6. Klasse der rumänischen Schule Nr. 1  gegenüber der alten Post, in der Postgasse war.

Sportunterricht hatten wir mit dem Lehrer Lupu Nicolae, der eigentlich Musiklehrer war und auch für den Musikunterricht wie auch für den Schulchor

zuständig war.

Der Sportunterricht bestand aus: Turnen an Geräten, Fußball, Handball, Wilder Mann, Volleyball und andere Sportarten im Sommer. Im Winter war Eislaufen

und Rodeln im Programm je nach den winterlichen Gegebenheiten. Nun warteten wir Schüler mit großer Ungeduld auf den günstigen Schneefall,

damit wir den Versprochenen Rodelunterricht vollziehen können. Eines Tages war es so weit, es hatte richtig geschneit, es war alles mit einer Dicken

Schneedecke bedeckt. Voller Freude brachte jeder seinen Schlitten mit zur Schule. Aufgestellt zu zweit in Reihe und Glied marschierten wir die Mühlgasse,

Altgasse entlang, dann an der Schottergrube die jetzt zugefroren war, vorbei, über die Eisenbahn Linie (die von Hermannstadt nach Alwinz führt). Dann

mussten wir auf einem Feldweg den Acker entlang bis zum Zeckesch. Über dem Bach führte eine schmale wacklige Holzbrücke. Wir hatten ziemlich

Angst drüber zu gehen. Als wir dann alle ohne Probleme am anderen Ufer angekommen waren, stieg unsere Vorfreude dass wir bald Rodel können,

aber zuerst mussten wir noch den Berg hinauf bis zur Wassertränke, zum Glück war der Aufgang nicht zu Steil. Endlich waren wir am Ziel angekommen, und konnten kaum erwarten das der Rodelunterricht beginnt. Wir hatten uns im Halbkreis um den Lehrer Lupu aufgestellt, der uns dann erklärte wie man einen Schlitten lenken und bei Gefahr bremsen kann. Unserer Lehrer hatte die Gewohnheit nach seiner Belehrung immer seine Lippen zu einem Quadrat zu formen, das fanden wir sehr lustig und lachten heimlich. Er fragte uns noch ob wir alles verstanden haben, damit es endlich losgehen kann. Nun wollte er uns die erste Fahrt vorführen, da er keinen Schlitten besaß, fragte er wer ihm einen geben könnte. Ein Mädchen die einen neuen Schlitten zu Weihnachten bekommen hat, gab ihm den Rodler.

Nun setzt sich unser Lehrer auf den Schlitten, und sagte noch wir sollen gut zu sehen wie er den Hang hinunter fährt. Er gab sich noch einen Ruck, und dann ging es los. Wir standen alle mit angehaltenem Atem und schauten neugierig zu. Da die Schneedecke hier höher war als in der Stadt, konnte man die Unebenheiten nicht erkennen und so raste mit großer Geschwindigkeit unser Lehrer in einen Graben. Wir konnten nur noch sehen wie er im Schnee verschwand.

Erschreckt fragten wir uns wo er stecke, dann erschien er wir ein Schneemann und suchte nach dem Rodler, der sich unglücklicherweise in seine Einzelteile aufgelöst hatte. Er sammelt Stück für Stück aus dem Schnee und brachte  sie zu uns herauf und gab sie mit einem reumütigen Gesicht der Eigentümerin, die in fürchterliches Weinen ausbrach. Der Lehrer tröstete die Schülerin und versprach ihr, das er für den Schaden aufkommt. Dann sahen wir dass er einen großen Riss (Siebener) in seine Skihose hatte. Wir konnten uns das Lachen kaum verbergen. Er fragte uns was ist so lustig dass wir so lachen. Wir zeigten auf  seine Hose, unser Lehrer wurde blass und rot und versuchte mit den Stofflappen der hinunter hang, seine lange Unterhose zu bedecken. Es war ihm sehr peinlich, da er ein älterer Junggeselle und sehr Pedant, und immer sehr korrekt bekleidet war. Da er nicht die ganze Zeit mit seiner Hand den Riss abdecken konnte fragte er Uns: „care dintre voi aveti un ac de sigurantã, “ auf Deutsch:“ wer von euch hat eine Sicherheitsnadel“. Da brachen wir alle in ein großes Gelächter aus. Ich Glaub dass ihm eine Schülerin helfen konnte.

Nach diesem lustigen „Vorfall“ und dem Missgeschick beim Rodeln und der zerrissenen Hose, durften wir rodeln. Von den Schülern ist keiner in den Graben

gefahren. Wir hatten alle unseren Spaß.  Nun ging es zurück zur Schule, nur unser Lehrer versuchte seinen Hosenriss zu verbergen, leider gelang es ihm nicht, bei jedem Schritt „blitzte“ es. Wir hatten unseren Spaß dabei.

Noch heute erinnere ich mich  gerne an diesen Rodelunterricht und muss darüber Lachen.

Aus meiner Erinnerung aus der Schüler Zeit. Ich wünsche allen viel Spaß bei der Lektüre dieser Erzählung,   euer Manfred Ziegler.

Geschrieben am 15.09 2013.

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