Die Anfänge des Fernsehens in Mühlbach


Rubin 401

– Rubin 401 –

Es war in den 60 –er Jahren, da kam eines Tages meine Oma ganz aufgeregt nach hause und sagte:

„ Habt ihr schon gehört, es gibt Apparate so etwas wie ein Radio wo man auch die Menschen sehen kann.“

Ja, als man die ersten Fernsehsendungen empfangen konnte gab es viel Aufregung in der Bevölkerung. Das Problem war aber das niemand so genau wusste was das eigentlich ist, und wie man das machen konnte um auch in diesen Genuss zu kommen.

Die Neugierde war sehr groß. Die Meinungen waren verschieden, jeder meinte es besser zu wissen, aber keiner wusste richtig bescheit. Langsam kristallisierte sich das man zu erst eines dieser Rätselhaften Geräte Brauchte mit einer spezialen Antenne.

Die Geräte erschienen Langsam auch in Mühlbach im Handel. Wie konnte es auch anderes sein, die waren aus Russischer Produktion. Den ersten Apparat den ich sah war ein „Rubin“, ein viereckiger Kasten mit in den Ecken abgerundetem Bildschirm und sauschwer.

Die Radiotechniker der Stadt wurden auf Schulungen und Weiterbildungskurse geschickt, um mit diesen neuartigen Geräten zu Recht zu kommen und bereit zu sein Reparaturen durchzuführen.

Die Ausstrahlung der Sendungen geschah terrestrisch, und war schwarz-weiß. In den Anfängen ein miserables Bild, man konnte kaum was erkennen, voll „Schnee“.

Das alles hatte seine Gründe. Die Weiterleitungs- Relais waren wenige, und in sehr großen Abständen über das Territorium verteilt.

Von Mühlbach am nächsten war das in Geoagiu, immerhin über 30 Km, und wen man bedenkt das auf dem direktem Weg auch noch verschiedene Hindernisse der Geradlinigen Verbreitung der Wellen im Wege standen, dann kann man sich die Qualität des Bildes vorstellen.

Die Fernsehgeräte waren sehr teuer, so daß sich die wenigsten so etwas leisten konnten, mit Ausnahme der besser betuchten Bürger.

Die ersten Besitzer solcher Geräte waren daher die Betriebe und Institutionen, bei denen der Preis keine Rolle spielte.

So auch in der Altgasse, wo der erste Fernsehapparat im Sitzungssaal der Lederfabrik aufgestellt wurde. Da um die Zeit die Sicherheitsbestimmungen bei den Fabriken noch nicht so bedeutend waren, ergab es sich das die Nachbarschaft ab und zu hereingelassen wurde um im großen Saal zum „Televisor“ zu gelangen.

Dann wurde das mit Kind und Kegel diese Gelegenheit ausgenutzt. Die Älteren Leute standen manchmal auf und gingen hinter den Fernseher um nachzusehen ob diese  kleinen Leute die da zu sehen waren vielleicht hinter dem Gerät seien und durch das Glas herausguckten.

Nach und nach kauften sich immer mehr Bürger Fernsehgeräte, der Empfang verbesserte sich, und die Techniker bekamen immer mehr Erfahrung beim Installieren und reparieren dieser Neuzeitlichen Errungenschaft.

Beitrag geschrieben von: Horst Theil

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