Ernst Haeckel über die Herkunft der Siebenbürger Sachsen.


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 -Inschrift auf einem Haus in Hammeln –

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– Relief auf einem Gebäude in Hammeln –

Und für diejenigen die nicht wissen wie die Sage lautet, im Anschluss die Sage nacherzählt von: Martina Meier für den Lesekorb.

 

– Der Rattenfänger von Hammeln –

 Vor langer Zeit herrschte in der Stadt Hameln eine fürchterliche Ratten- und Mäuseplage. Alles, was den Tieren in die Quere kam, wurde angenagt und aufgefressen.

Da waren Hamelns Bürger und allen voran der Bürgermeister sehr froh, als eines Tages ein Mann in die Stadt kam, der versprach, Hameln von dieser Plage zu befreien. Der Mann trug den Namen Bundting, weil er so bunte Kleidung trug, die jedermann sogleich ins Auge stach. Natürlich wollte der Mann seinen Dienst nicht umsonst verrichten, aber schnell war man sich über einen Geldbetrag einig. Den sollte Bundting erhalten, wenn alle Mäuse und Ratten aus der Stadt entfernt worden seien.

Und so geschah es auch. Kaum war der Vertrag zwischen dem Bürgermeister und dem Rattenfänger, so nannte sich der Mann, geschlossen, da nahm er aus seiner Jackentasche eine kleine Flöte und spielte darauf eine wunderschöne Melodie. Kaum aber hatte er den ersten Ton angeschlagen, da kamen schon aus allen Ecken und Winkeln die Ratten und Mäuse gelaufen und schlossen sich dem Rattenfänger an.

Als er nun meinte, alle Tiere eingesammelt zu haben, da zog er mit ihnen aus dem Stadttor hinaus, ging an die Ufer der Weser, die durch Hameln fließt, und zog sich seine bunten Kleider aus. Dann stieg er hinab in den Fluss – und alle Ratten und Mäuse folgten ihm und ertranken in den Fluten.

Nun kehrte der Rattenfänger zurück in die Stadt, um seinen Lohn abzuholen. Doch den wollte man dem Bundting plötzlich nicht mehr zahlen und so musste er unverrichteter Dinge abziehen.

Einige Wochen später aber kehrte der Rattenfänger zurück nach Hameln. Dieses Mal kam er im Gewand eines Jägers daher, so dass ihn die Menschen nicht sofort erkannten. Wieder zog er seine kleine Flöte aus der Jackentasche und spielte jene wunderschöne Melodie, mit der er schon die Nagetiere aus Hameln gelockt hatte. Aber was war das! Dem Jäger mit seiner Flöte folgten dieses Mal nicht Ratten und Mäuse, sondern Mädchen und Jungen.

In Scharen liefen alle Kinder mit, die älter als vier Jahre waren. Der Rattenfänger führte sie aus der Stadt hinaus, hin zu einem Berg, der Poppenberg genannt wird, wo er mit ihnen für immer verschwand, noch ehe jemand etwas davon bemerkt hatte. Nur zwei Kinder, die sich etwas verspätet hatten, konnten dem Rattenfänger entkommen. Doch das eine Kind blieb nach dem Vorfall blind, so dass es den Weg nicht mehr zeigen konnte, und das andere wurde taubstumm, so dass es nichts mehr von den Geschehnissen berichten konnte.

Nur ein Kindermädchen hatte den Auszug der Mädchen und Jungen aus der Stadt beobachtet und später allen davon berichten können. Mütter und Väter, Großeltern, Tanten und Onkel trauerten sehr um ihre verlorenen Kinder. Lange Zeit hieß in Hameln jene Straße, durch die die Kinder mit dem Rattenfänger gezogen waren, „bungelose“ Straße (stille, tonlose, trommellose Straße). Und selbst, wenn eine junge Braut an ihrem Hochzeitstage durch diese Straße zog, durfte dort niemals Musik gespielt werden.

Quelle: http://www.labbe.de/lesekorb/index.asp?themakatid=7&themaid=130&titelid=1728&titelkatid=236&move=-1

 

In der von den Brüdern Grimm erzählten Sage „Der Rattenfänger von Hameln“ – es ist übrigens die weltweit am meisten verbreitete Sage – heißt es, die vom Rattenfänger entführten Kinder seien in Siebenbürgen wieder ans Tageslicht gelangt und seien die Vorfahren der Siebenbürger Sachsen. Friedrich Müller (1828-1915),  weiß es genauer. In der Sagenvariante seiner Sammlung gibt es sogar eine Ortsangabe: Die Kinder sind – so lesen wir – aus der Almascher Höhle im Harghita – Gebiet hervorgekommen und haben das Land besiedelt.

 

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Almascher Höhle

Quelle: http://www.utazzerdelybe.hu/almasi-barlang.ro.html

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 Friedrich Müller der Ältere.

 Ölbild von Hans Hermann nach einer alten Fotografie, 1902, Presbyteriumssaal Schäßburg. Bildarchiv Konrad Klein.

Friedrich Müller, Historiker, Theologe und Sagenforscher gehört zur Generation der großen siebenbürgischen Gelehrten des 19. Jahrhunderts. Am 15. Mai 1828 in Schäßburg geboren. 1893-1906 Sachsenbischof.  Friedrich Müller starb im 87. Lebensjahr am 25. April 1915.

 

Quelle:  Siebenbürgische Zeitung vom 25. Mai 2003

 

Beitrag zusammengestellt von: Horst Theil

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