Ein Tag beim Angeln an Zeckesch und Mühlbach


Es war schon einige Zeit her dass ich nicht mehr meinem Hobby das Angeln nachgegangen war. Aus diesem Grund beschloss ich am nächsten Tag, einem Sonntag, mal wieder in die Natur zu gehen um zu entspannen. Ja denn um diese Zeit hatte die Arbeitswoche sechs Tage, und ich war gerade mal im Zweiten Lehrjahr zum Beruf des Elektrikers bei der hiesigen Handwerkergenossenschaft.

Dafür waren einige Vorbereitungen zu treffen. Dazu gehörte das Fahrrad der Marke „ Carpati“ zu überprüfen, Angelköder zu besorgen und eine kleine Brotzeit für den nächsten Morgen einzupacken. Am nächsten Morgen um 4 Uhr hieß es dann Aufstehen. Nach dem Frühstück, das in aller Ruhe von statten ging da alle anderen noch schliefen, schlich ich mich leise aus dem Haus.

Nach dem ich mein Fahrrad aus dem Schopfen (Schuppen) geholt und bepackt hatte ging es los. Mein Weg führte die Altgasse entlang in Richtung Schottergrube. Es war kein Mensch auf der Strasse zu sehen. Einzig und allein ein paar Vögel die auf den Telefon Leitungen, oder den Bäumen die noch um diese Zeit noch beide Seiten der Gasse säumten, saßen. Ab und zu bellte ein Wachhund der mit seinem feinen Gespür merkte dass sich auf der Gasse etwas bewegte.  Die Luft war frisch und eine kleine Brise wehte in die Stadt aus westlicher Richtung. Es war Sommer, aber an diesem heran brechenden Tag, so früh am Morgen hatte ich mir ein bisschen Sonne gewünscht. Mittler weile war ich bei den letzten Häusern der Stadt angelangt.

Das letzte Haus auf der linken Strassen Seite gehörte einem gewissen Dolfi, nach dem die Rumänen auch die Schottergrube benannten (Balta lui Dolfi), die sich in unmittelbarer Nähe auf der rechten Seite des Weges Befand. Gleich dahinter verlief der Bahndamm der Strecke Mühlbach Alwincz. Ab da ging die Gasse in einen Feldweg über der in Richtung roter Berg und Kutina verlief. Die Überquerung der Gleise war um die Zeit nur mit einem Andreaskreuz gesichert. Mann musste aufpassen dass kein Zug kam, da das Bahngleis an dieser Stelle einen großen Bogen beschrieb und die Weitsicht nicht besonders gut war.

Die Schottergrube war ein Teich der entstand durch das ausheben von Erde und Schotter bei dem Bau des Bahndammes, jetzt aber eine beträchtliche Wasseroberfläche mit viel Schilf und Röhricht besaß und ein Biotop für verschiedene Wasserpflanzen und Tiere war. Mann konnte da Frösche, Kraniche Wildenten und Gänse antreffen so wie Fische Blutegel und verschiedene Wasserbewohner. Also Ließ ich die Schottergrube hinter mir und überquerte das Gleiß. Links und rechts Felder mit verschiedenen Anpflanzungen von Weizen über Mais biss Futter Pflanzen.

Nach etwa einer viertel Stunde ereichte ich den Weg der von Kaserne in Richtung Kutina verlief und bog auf diesen ein um nach etwa 100 M wieder in Richtung Zeckesch abzubiegen. Mittlerweile hatte sich der leichte Wind gelegt und am Horizont ging die Sonne auf und meine Laune verbesserte sich deutlich. Kurz vor der Zeckeschbrücke hielt ich an und stieg von dem Fahrrad, und ging den Rest des Weges zu Fuß weiter. Meine Absicht war den Zeckesch entlang in Richtung Kutina zu Angeln und nachher am Bach wieder in Richtung Stadt. Also bog ich am Ufer nach links um mir eine geeignete Stelle auszusuchen.

Ein Blick auf das Wasser und ein komischer Geruch in der Luft genügten um zur Erkenntnis zu kommen das etwas nicht stimmte, das etwas anderes war als sonnst. Das Zeckesch Wasser war zwar klar, aber hatte eine leicht bräunliche Farbe. Aber gut, nach einigem hin und her fand ich eine, wie mir schien geeignete Stelle um zu Angeln. Der Platz war gut, in einer Biegung, hinter einem Baumstamm der halb im Wasser lag und das Wasser ungefähr einen Meter tief war. Ich packte meine Ausrüstung aus und begann zu Angeln. Mittler Weile stieg die Sonne am Himmel mehr und mehr, und der komische Geruch wurde immer stärker. Am Anfang konnte ich keine Erklärung finden woher das kam, bis ich irgendwann zum Wasser ging um mir die Hände vom aufziehen des Köders zu waschen, da stellte ich fest das der Geruch vom Wasser aufstieg. Da dämmerte es mir das einige Leute gesagt hatten das die Neugebaute Kälber-Aufzuchts-Station (BIBIF) von der Daia-er Strasse ihre Abwässer sprich Fäkalien in den Zeckesch leiten. Jetzt wurde mir klar warum ich auch nach zwei Stunden angeln keinen einzigen Biss hatte.

Also doch, das Gerede der Leute schien bestätigt zu sein. Wie sich später herausstellte war diese Tatsache der Beginn einer lang anhaltenden Umwelt Tragödie die sich an diesem Gewässer abspielte. Abgesehen von der Tatsache dass die Behälter nach dem Spritzen der Kartoffelfelder, zur Bekämpfung des Coloradokäfers, auch fast immer im Zeckesch ausgewaschen wurden und immer in fast regelmäßigen Abständen die Gewässer vergiftet wurden.

Unter diesen Umständen war für mich der Tag gelaufen. Ich überlegte und kam zum Entschluss mein Glück am Mühlbach zu versuchen. Also packte ich zusammen und stieg auf das Fahrrad um in Richtung Bach zu fahren. Nach ein paar hundert Meter erreichte ich den Feldweg der vom Zeckesch zum Langendörfer altem Steg führet und mich auf direktem Weg zum Mühlbach führte. Am Mühlbach angekommen erlebte ich die nächste Überraschung. Dieser führte Hochwasser, wahrscheinlich hatte es in der Nacht im Gebirge heftig geregnet. Das Wasser des Mühlbachs war eine einzige Schlammbrühe, also mit Angeln auch nichts.

Mann muss dazu sagen dass der Mühlbach auch manchmal durch die Abwässer der Petersdörfer Papierfabrik, der Mühlbacher Strumpffabrik und der Lederfabrik so wie dem Städtischen Schlachthof  in Mitleidenschaft gezogen wurde. In diesen Fällen Leuchtete das Wasser in allen möglichen Farben. Das waren die Folgen der Umweltpolitik die das kommunistische totalitäre System in diesen Jahren betrieb, nämlich es wurde absolut nichts unternommen zum Schutz der Umwelt. Da dieser Tag für mich ein totaler Fehlschlag war blieb mir nichts anderes übrig als meine Sachen zu packen und nach hause zu fahren. So endete ein für mich hoffnungsvoller Tag, mit einer sehr großen Enttäuschung und Groll den ich mit heim nehmen musste.

Beitrag geschrieben von: Horst Theil

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