Photostudio Cloos


cloos

Carl Viktor Cloos

(1890 – 1968)

Die Geburt der Photographie begann mit dem 7. Januar 1839, dem Tag an dem Dominique François Jean Arago, ein französischer Physiker mit katalanischen Wurzeln, an der Französischen Akademie der Wissenschaften in Paris, einen Vortrag über die Erfindung der Photographie gehalten hat.

Mühlbach, das als stolze Stadt etwas auf sich hielt, hatte bereits kurz darauf eine Reihe von Photographen. Es waren dies begabte und weniger begabte, Amateure und Profis, aber nur zwei waren gut genug, sich mit dem der Bezeichnung „Kunstphotograph“ zu schmücken. Carl Viktor Cloos und seine Frau Ida. Ida Cloos (1899 – 1976) wurde als Tochter von Emil Albert Schneider geboren, welcher das erste Photostudio in Mühlbach eröffnete.
Carl Viktor Cloos wurde in Karlsburg geboren und wuchs in Kronstadt auf, wo er das Honterusgymnasium besuchte. Während des ersten Weltkrieges verschlug es ihn nach Mühlbach, wo er dann blieb und dort auch heiratete.

Nach dem Tod seines Schwiegervaters Albert Schneider, sah er sich zusammen mit seiner Frau Ida gezwungen, dessen Photostudio zu übernehmen, das sich damals in der Rosengasse befand. Seine Lehre machte er in Hermannstadt bei dem berühmten Photographen Emil Fischer, dem damaligem Kaiserlich-Königlichen Hofphotographen von Erzherzog Josef. Danach arbeitete er von 1919 bis 1930 in Mühlbach, die nächsten fünf Jahre in Temeswar. 1935 kehrte er schließlich nach Mühlbach zurück.
In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen zog das Studio in die Siculorumgasse um. Nach dem Krieg wurde es samt Inventar vom Staat enteignet. Nun sah sich Cloos samt seiner Mitarbeiter genötigt, in seinem eigenen Studio, als Angestellter der kommunistischen Mühlbacher Handwerkergenossenschaft „Unirea“ (Vereinigung) zu arbeiten.
Seine beiden Töchter, Annemarie und Rosemarie Cloos erlernten den Beruf des Photographen im elterlichen Studio, so dass die beiden in der Lage waren nach dem Tode ihres Vaters den nun enteigneten ehemaligen Betrieb ihres Vaters fortzuführen. Das Künstlerische Können und die Begabung dieser Photographen, kann man in jedem ihrer Bilder erkennen. Beginnend von gefühlvollen Retuschierungen, bis zu Ergänzungen mit kleinen Korrekturen am Bild.
Ein Teil des umfangreichen, über Jahrzehnte gesammelten Archivs befindet sich heute im Mühlbacher Stadtmuseum „Ion Raica“.

Abschließend kann gesagt werden, dass ein bedeutender Teil des photographischen Materials, mit dokumentarischem Wert zur Zeitgeschichte unserer Stadt, welches uns heute zur Verfügung steht, diesem Studio mit seinen verdienstvollen Photographen zu verdanken ist. Schade ist nur, dass in der damaligen Zeit eine Ausstellung aus politischen Gründen nicht möglich war. Durch entsprechende Ausstellungen hätte dieses Studios sicherlich weit über die Stadtgrenzen hinaus Bekanntheit erlangt und hätte so die wohlverdiente Wertschätzung eines weit größeren Personenkreises erfahren.

Beitrag geschrieben von Horst Theil
Quelle: Zeitschrift „ Der Unterwald“

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s