Erinnerungen vom Holzplatz


Als erstes möchte ich für die Nicht- Mühlbacher etwas zum Holzplatz sagen. Der heutige Marktplatz in Mühlbach, eingegrenzt von dem evangelischen Friedhof, der Tischlerei ehemals Leibli, der Quergasse und der verbindungs- Gasse zur Mühlgasse, wurde früher als der Markt noch auf dem Rathausplatz abgehalten wurde, zum Holzhandel benutzt. Das ergab sich, da die Firma Leibli, außer der Tischlerei auch Handel mit Bauholz betrieb. Ebenso die Firma Schumann, die an der Ecke zur Quergasse das Wohnhaus mit angeschlossenem Sägewerk mit einer Gattersäge betrieb, und da auch die zu verarbeitenden Baumstämme lagerte. Aus diesen Ergebenheiten wurde dieser riesige Platz von den Mühlbachern „Holzplatz“ genannt. Eine genauere Beschreibung des Holzplatzes habe ich in einem anderen Beitrag gemacht.

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 Der Holzplatz von Nord gesehen.

  

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Teil des Holzplatzes mit Haus Schumann.

 Es ergab sich dass Anfang der 60-er Jahre die Mühlbacher, durch große Plakate die in der ganzen Stadt verteilt waren, darauf aufmerksam gemacht wurden, das ein großes Ereignis bevor stand, und zwar das der Besuch eines großen Zirkus, des weltbekannten Zirkus „ Cratelli“, stattfinden sollte. Jung und alt waren sehr gespannt. Es hieß laut älteren Bürgern das es nur ein Teil von diesem Zirkus sein sollte da der Großteil irgendwann bei einer Überquerung über den Ozean mit Schiffen unter gegangen sein sollte. Das waren die Gerüchte. Nach einigen Tagen begannen die Wagen nach und nach anzurollen einer nach dem anderen. Ich kann mich erinnern dass wir Kinder fast den ganzen Tag zugegen waren um dieses Spektakel zu bestaunen. Mann ging gleich zur Sache, die wagen wurden zu einer Minisiedlung zusammengestellt und es wurden die Bereiche der riesigen Menagerie des Zirkus abgesteckt. Die Tiere hatten Vorrang und mussten versorgt werden. Dieser Zirkus war der größte der je in Mühlbach aufgetreten war. Dementsprechend auch die Vielfalt der Menagerie. Vom Kaninchen bis zum Elefanten war alles zu bestaunen. Der Zirkusdirektor Herr Cratelli, war ständig zwischen den Arbeitern die alles aufbauten, von der Menagerie bis zum riesigen Zelt. Der ganze Holzplatz war belegt. Es blieb nur eine schmale Durchgangsgasse neben der Tischlerei Leibli. Die Menagerie war schon am zweiten Tag zu besichtigen. Ein wahrlich mobiler Zoo. Der Eintrittspreis war 2 Lei für Erwachsene und 1 Lei für Kinder. Die Darbietungen im  Zirkusprogramm waren hervorragend. Von Akrobatik berühmter Gast Artisten und Zirkuseigene über Dressurnummern und Dompteur Nummern einfach alles was dazu gehörte. Der Eintritt war, so viel ich mich erinnern kann, für Kinder 4 Lei und Erwachsene 10 Lei. Der Zirkus gastierte 3-4 Tage in Mühlbach um danach weiter zu ziehen. Dieser Besuch war noch lange Gesprächsthema in Mühlbach. Auf dem Holzplatz waren auch die Jährlichen Ringelspiele angesiedelt die durch die Lande zogen, und immer gut besucht waren. Desgleichen auch Darbietungen von Motorrad- Künstlern auf der „Todeswand“. In den 60-ern war auf dem Holzplatz auch ein präparierter Pottwal zu bestaunen, der auch um diese Zeit den Bürgern Rumäniens vorgeführt wurde.

Beitrag von Horst Theil

Bilder: Horst Theil

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