Das „ Sprachrohr“ der Stadtverwaltung


Bis weit in die 50-er Jahre hinein war es schwierig für die Verwaltung der Stadt Beschlüsse und Befehle so wie allgemeine Bekanntmachungen der Bevölkerung nahe zu bringen.

Eine Art dieses zu tun war die Anbringung von Plakaten, gedruckt oder auch Handgeschrieben. Verteilt in der Stadt gab es auch ein paar Wandzeitungen „Gazeta de perete“, das war auch eine Möglichkeit etwas publik zu machen.

Die beste Methode aber war, die aus alten Zeiten beibehaltene, das aussenden des Trommlers.

Ja, der Trommler. Eine alte Art und Weise etwas bekannt zu machen. Früher in  Phantasieuniformen, aber zu der Zeit in normaler Kleidung. Mit der Trommel um den Hals und dem Wisch, auf dem geschrieben stand was bekannt gemacht werden sollte, zog er trommelnd durch Mühlbach. An jeder Straßenkreuzung und alle c.a. 2-300 Meter hielt er an und wartete bis sich genug Leute angesammelt hatten. Der Wisch wurde gezückt und lauthals vorgelesen was zu verkünden war. Nach einigen Trommelwirbeln wurde die Nachricht wiederholt bevor er dann weiter zog. Der Mann war bei der Stadtverwaltung eingestellt und verrichtete auch andere Aufgaben wenn nichts zum bekannt machen da war. Parallel zu dieser Methode wurden auch die Lautsprecher der Stadt eingeführt. Es begann im alten Postgebäude wo in einem Raum eine urige Verstärkeranlage, die noch mit Röhren funktionierte, eingerichtet wurde.

Von dieser wurde das Lautsprechernetz nach und nach in der ganzen Stadt und den umliegenden Dörfern ausgebaut. Diese Leitungen wurden in halber Höhe an den Strommasten auf Isolatoren befestigt und folgten demzufolge dem Stromnetz, das übrigens um diese Zeit eine Netzspannung von 110V hatte.

Mann stellte fest dass es auf diesem Wege einfacher und schneller ging Bekanntmachungen zu machen. Dem zu folge wurde das Austrommeln, Ende der 50-er Anfang der 60-er, eingestellt.

Jeder Haushalt der ein Abonnement machte  bekam ein Endgerät, sprich einen Lautsprecher (Difuzor). In den Zeiten wo nichts bekannt gemacht wurde sendete man das Staatliche Radioprogramm. Nach kurzer Zeit fand man diese Geräte fast in jedem Haushalt in der Stadt und besonders auf den umliegenden Dörfern. Der Grund war das um diese Zeit das Radio noch nicht sehr verbreitet war und viel kostete. So konnte man auch so Nachrichten und Musik hören auch wenn man kein Radio besaß, ja man musste sogar nicht mal einen Stromanschluss haben.

1 (2)

 Altes Model mit Schieberegler

  

difuzor 001

 Neueres Model mit Drehregler

  

difuzor 002

 Neueres Model (Rückseite)

 

Beitrag von: Horst Theil

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