„Zum Goldenen Löwen“


In diesem Beitrag möchte ich einen kleinen Rückblick auf eines der vielen Gasthäuser des alten Ortes Mühlbach werfen. Mühlbach in den frühen Jahren, wen auch nicht groß, hatte aber im Verhältnis zur Einwohnerzahl, eine breite Palette an Gasthäuser und Wirtshäuser zu bieten.

Kleiner Platz (3)

 Rechtes Gebäude „Zum Goldenen Löwen“

 Das größte und bekannteste war der „Goldene Löwe“, das einzige dass diese langen Jahrzehnte überdauert hat. Das Gebäude war seit seiner Erbauung Eigentum der Stadt Mühlbach.

Seine erste dokumentarische Erwähnung reicht in das Jahr 1656 zurück, und somit in die Zeit zwischen die Beiden großen Feuerstürme in den Jahren 1495 und 1661 die fast die ganze Stadt zerstörten. Dieses Wissen blieb uns aus einem Reisebericht eines schwedischen reisenden, der hier einkehrte, auf seinem Weg nach Konstantinopel. Das Gebäude, am kleinen Platz gelegen nahe des Westtores der Stadt, war für die Zeit, eine sehr gut ausgestattete Herberge. Im Erdgeschoss standen Lagerräume für die transportierten Waren und Reisegepäck zur Verfügung. Die Etage verfügte über Schlafzimmer zur Übernachtung der Reisenden. Den Eingang bildete das massive Eichentor mit Wachen die das Tor abends schlossen und bewachten. Die Zufahrt zum Hof führte nach dem Tor mitten durchs Gebäude. Diese war links und rechts mit Laternen versehen die an geschmiedeten Haken hangen. Der Hof befand sich hinter dem Gebäude mit einer Fläche von etwa 19 x 19 Meter. Anschließend an den eigentlichen Hof waren die Pferdeställe. Vom Gebäude bis zu den Ställen war der Hof auf beiden Seiten mit 5 Meter hohen Mauern begrenzt. An beiden Mauern waren Flugdächer angebracht die die Heukrippen an den Mauern vor Regen schützten. Da konnte man die Pferde und Wägen abstellen und manch einer der Begleitpersonen konnte da im Heu übernachten. Alles in allem bildete die Bauweise dieses Gasthofes eine kleine Festung wo der Reisende sich in dieser so unsicheren Zeit geborgen und sicher fühlen konnte.

Diese Bleibe sollte im Laufe der Jahrhunderte in ganz Siebenbürgen Berühmtheit erlangen.

Allerdings stiegen hier nur gutbetuchte Leute und viele Berühmtheiten ab. Der Speisesaal befand sich auf der Rechten Seite des Eingangs. Man konnte hier erlesene Speisen und erlesene Weine genießen. Die Ausstattung mit Besteck, Geschirr und Weinkrügen waren Sonderanfertigungen.

Seinen Namen übernahm das Gasthaus vom Wappen der Stadt das seit 1308 dokumentiert ist und von einem goldenen gekrönten Löwen dargestellt wird.

Beim „Goldenen Löwen“ hielten auch offiziell die Postkutschen die auf den Routen Klausenburg, Broos und Hermannstadt verkehrten. Selbstverständlich verkehrten hier auch die gut betuchten Kaufleute und Persönlichkeiten der Stadt.

In der Etage auf der Südseite befand sich ein Großer Festsaal in dem die Versammlungen der Stadt tagten und alle Festlichkeiten die es zu feiern gab hier stattfanden. Der Festsaal war auch mit einer Bühne ausgestattet.

goldener Löwe

 Das Gebäude nach dem zweiten Weltkrieg

 Der Gasthof war im Laufe der Zeit an verschiedene Pächter vergeben und funktionierte so lange bis die Eisenbahn auch in Mühlbach ihren Einzug hatte. In späteren Jahren nach dem zweiten Weltkrieg funktionierte hier der Bußbahnhof Schülerinternat, Kaffeehaus und Stadtkantine. Nach 1989 kam das Gebäude in Privatbesitz und wurde grundlegend Renoviert und seiner Ursprünglichen Bestimmung übergeben indem ein modernes Dreisternehotel entstand.

 

leu

 Das Gebäude heute


Horst Theil

Quelle: Ion Raica Sebesul 2002

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s