Der Dichtende Puppenspieler


Was die Wenigsten wissen, ist das der in einem anderen Beitrag erwähnte Puppenspieler aus Mühlbach Walter Hatzack auch ein begnadeter Dichter war. Ich werde Ihnen, passend zur Jahreszeit, erst einmal eine Kostprobe vorstellen. Wenn ich noch an weitere Gedichte kommen ergänze ich diesen Beitrag selbstverständlich.

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Der Lenz ist da!
(Mühlbach, Blühender Baum mit Rotem Berg im Hintergrund 2014)


Klingende Welt

Der Himmel schimmert wie Brokat.
Im warmen Sonnenglanze
reift auf den Feldern schon die Saat
in einem grünen Kranze.

Es klingt in Wald, in Wies’ und Feld,
der Wind singt in den Zweigen,
und silbern tönen durch die Welt
der Vögel Frühlingsgeigen.

Es rauscht, es singt, es lockt und ruft
mit tausend feinen Stimmen,
und süßer, herber Blumenduft
will mir das Herz umspinnen.

Das Wässerlein, es murmelt hell
auf seiner langen Reise.
Die Nachtigall ist auch zur Stell´,
singt ihre süße Weise.

Und wenn auch alles sich erfreut,
und wenn auch alle Stimmen klingen,
so kann ich doch nicht schweigen heut.
Wer wollte da nicht singen!

04-Frühling

06-Bunter Vogel

07-Herbstnebel


Bistra

Gewesenes Forsthaus bei Gîlceag (Bistra)

08-Tãu

Beitrag von Horst Theil

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Aus dem Mühlbachtal


Hier ein Gedicht geschrieben von Walter Hatzack aus seinem Buch:

Buch Hatzack

Der Ort dem das Gedicht gewidmet ist.

Bistra

Gedicht von Hatzack

Beitrag zusammengestellt von: Horst Theil

Dank an Herr Manfred Ziegler

Der Puppenspieler von Mühlbach.


Walter 02313 Neu ( 1904 – 1986)

 

Wer war Walter Hatzack? Die ältere Generation wird sich bestimmt an ihn erinnern. Er war nicht „ Der Puppenspieler von Mexiko“ wie das so schön in dem bekannten Lied heißt, nein er war der Puppenspieler von Mühlbach.

Ein sehr bekannter, geehrter und beliebter Bürger unserer Heimatstadt, der Groß und klein viel Freude, mit seinen geliebten Puppen, denen er leben einhauchte, bereitet hatte. Mit großer Hingabe und teilweise Einbindung seiner Familie bereitete er sich gewissenhaft auf alle Auftritte die er in Mühlbach und Umgebung so wie in ganz Siebenbürgen im laufe der Zeit hatte vor. Das ging von Puppen, Kostüme, Kulisse bis selbst die Bühne alles in eigener Herstellung, ja sogar die gespielten Stücke waren in Eigenregie.

Da er auch ein sehr bescheidener Mensch war, und seine Spielreisen nicht immer unter heutiger Sicht in optimaler weise vor sich gingen, scheute er nicht zurück auch mal von einem Dorf in das nächste schwer bepackt zu Fuß zu gehen. Die Unterkünfte waren auch nicht immer optimal. Mal wurde bei einem Bauern im Heu übernachtet, mal in einer Schule in einem Klassenzimmer und selten in einem Richtigen Bett. Da um diese Zeit die Dorfbevölkerung nicht immer die Finanzielle Möglichkeit hatte Eintritt zu bezahlen, scheute er nicht auch Naturalien als Eintritt zu akzeptieren, sprich Eier, Äpfel, Mehl oder der Gleichen. Für ihn galt im Vordergrund die Leute und speziell die Kinder mit seinem Puppenspiel glücklich zu machen. Ich erinnere mich noch als kleiner Junge das meine Oma zu mir sagte: „ Komm wir gehen heute Nachmittag zu Onkel Hatzack ins  Kasperle- Theater.“

Ja er machte auch manchmal daheim in der Gallusgasse sommers im Hof manche Vorstellungen. Desgleichen auch im Kindergarten und in den Schulen und später auch im Kulturhaus von Mühlbach.

Ich finde wir Mühlbacher sollten Walter Hatzack in Erinnerung behalten als ein Mensch der Generationen von Kindern und Erwachsenen viele Augenblicke der Freude und vergessen des nicht immer angenehmen Alltags bereitete.

Seine letzten Jahre verbrachte Walter Hatzack im fernen Deutschland wo er in Nürnberg am 1. Januar 1986 verstarb.

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Ausführliche Einblicke in sein Leben und wirken erfahren sie in dem Buch das er im hohen Alter geschrieben hat.

Der Titel des Buches : „Urahnen – Schicksalswende und Kasperletheater in Ost und West (auch politisch gesehen) „

Erschienen im J. G. Bläschke Verlag

Beitrag geschrieben von : Horst Theil

Bilder: Manfred Ziegler

Ich möchte hier eine Ergänzung zum Beitrag hinzufügen den ich von Manfred Ziegler erhalten habe. Ein Zeitungsausschnitt die Zeitung ist nicht mehr zu Identifizieren.

Walter Hatzack  Neu