Zum Ende von 2014


2015

Mühlbach im Winterkleid

Ein Jahr neigt sich seinem Ende entgegen und viele von uns ziehen geistig Bilanz über das scheidende Jahr. Für manche unter uns haben sich die Ziele und Wünsche, teilweise oder gänzlich, erfüllt. Für einige nicht. Wir sollten aber dankbar, sein wenn wir gesund sind oder die Gesundheit wieder erlangt haben. Wir sollten dankbar sein, wenn wir einen Arbeitsplatz haben oder erhalten haben. Wir sollten dankbar sein, wenn wir wahre Freunde haben oder einen erhalten haben. Wir sollten dankbar sein, wenn wir mit unseren Mitmenschen gut zu Recht kommen.

In der Welt gibt es viel Ungerechtigkeit, Hass, Betrug, Habgier, Falschheit und Neid. Wir sollten dankbar sein, wenn wir diese Eigenschaften nicht besitzen.

Wir sollten, nach unserer Möglichkeit, immer versuchen gerecht, aufrichtig und liebevoll mit unseren Mitmenschen zu sein. Wir sollten versuchen unseren Nächsten, mit was wir können, zu helfen wenn Not am Mann ist und dann, und dort wo die Hilfe gebraucht wird.

Wenn wir diese Bestrebungen verfolgen und unser Leben danach richten, dann haben wir das größte  Geschenk.

In diesem Sinne, ihnen allen „Frohe Weihnachten“ und viel Glück im neuen Jahr 2015.

Zum Abschluss möchte ich mich bei ihnen allen bedanken das sie mir die Treue bewahrt haben, und ich hoffe dass wir auch das neue Jahr 2015 gemeinsam verbringen. Herzlichen Dank auch an all diejenigen die mir bei der Gestaltung und den Inhalten dieser Blog – Seite mitgeholfen haben.

 

Horst Theil

 

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Die Fußball WM vom Roten Berg.


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Alte Ansichtskarte

Der Titel wird Sie vielleicht irritieren. Aber ich will es erklären. Es ist eine weitere Erinnerung die ich ihnen gerne erzählen möchte.

Mühlbach im Jahre 1982. Es ist das Jahr in dem die Fußball – WM in Spanien stattfand. Na ja, nichts besonderes werden manche sagen. Dennoch war es für uns Mühlbacher, aber nicht nur, etwas besonderes, und zwar das die WM nicht im rumänischen Fernsehen übertragen wurde. Das wusste man und alle Leute versuchten auf irgend eine Weise doch noch wenigstens einige Spiele zu sehen.

Viele meiner Bekannten die Freunde oder Verwandte in den Grenzgebieten von Rumänien hatten, versuchten bei diesen für die Dauer der Spiele unter zu kommen.

Bevorzugt war das Banat den da konnte man in Grenznähe die TV Programme der Ungarn und der Serben ja sogar im Süden die der Bulgaren empfangen. Alle diese Länder sendeten die WM, nur wir wurden als Stiefkinder behandelt und hatten nicht die Möglichkeit die Spiele zu verfolgen.

Und da die Not erfinderisch war ließen die Leute sich so einiges einfallen. Jeder nach seinen Möglichkeiten.

Und die besten Möglichkeiten dieser Zeit hatten die Partei und die Direktoren der Großen Betriebe der Stadt. Also eines Tages kurz nach dem Beginn der WM sprach es sich herum das am roten Berg Fußball gesehen wird. Kurios für den normal sterblichen. Ich erzählte es einem guten Freund und wir beschlossen uns diesem Gerücht auf den Grund zu gehen. Wir hatten beide Mopeds und fuhren kurzer Hand mal zum roten Berg um zu sehen ob da etwas dran war. Schon beim Verlassen der Stadt äugten wir skeptisch in Richtung roter Berg. Und tatsächlich, ungefähr auf halbem Weg, bemerkten wir etwas was hoch oben am Berg was nicht dahin gehörte. Um so näher wir kamen um so mehr entpuppte sich das Ungewöhnliche zu einem Zelt von größeren Ausmaßen. Also fuhren wir in die Richtung den Berg hoch bis neben das Zelt. Es war noch relativ früh am Morgen und es war niemand da zu sehen. Aber wir hatten uns getäuscht den neben dem Zelt war auch ein geschlossener Kleinbus „Tudor Vladimirescu“ geparkt, dem zwei Männer entstiegen die wahrscheinlich durch das Motorengeräusch aufgescheucht wurden. Prompt wurden wir gefragt was wir den da wollten. Wir taten unwissend und sagten das wir am Zeckesch waren und das große Zelt sahen und neugierig waren was den da sei. Die Zwei waren anscheinend genervt den sie sagten das sie seit 3 Tagen nicht mehr Daheim waren und hier das blöde Zelt hüten mussten. Auf unsere Frage warum gaben sie uns bereitwillig bekannt das die „hohen Tiere“ hier Fußball guckten. „Kommt schaut was für einen Luxus diese hier haben“ sagte der eine und öffnete den Eingang zum Zelt, so das wir einen Blick hinein werfen konnten. Na ja dann klappte uns die Kinnlade runter. Im Hintergrund thronte einer der größten Fernseher aus der Zeit („Opera“) auf einem Tisch der sogar ein Tischtuch hatte. In der Ersten Reihe waren fünf sechs bequeme Sessel. Der Zeltboden war mit Teppichen ausgelegt. Und in einer Ecke des Zeltes waren ein Stapel Klappstühle. In der anderen Ecke stapelten sich kästen mit Bier und anderen Getränken. Neben dem Zelt war eine riesige Antenne auf einen in den Boden gerammtes Rohr befestigt war. Nachher erfuhren wir das alles von Partei und Betrieben in organisierter Zusammenarbeit zustande gekommen ist. Natürlich zogen nur die Bosse ihren Nutzen daraus. Sogar der Polizeikommandant und auch die von der Securitate waren dabei. Na gut, wir wurden gebeten uns zu entfernen den das Auto mit Nachschub sollte kommen und man wollte vermeiden das wir da gesehen werden um nicht selber Ärger mit den Bossen zu bekommen. Das verstanden wir und fuhren zurück in die Stadt.

Am nächsten Tag traf ich mich wieder mit meinem Freund und wir schmiedeten den Plan es auch zu versuchen. Mein Freund besaß einen kleinen tragbaren Fernseher ich besorgte eine alte Autobatterie. Nun kam die Frage von wo eine Antenne. Also noch ein Tag und wir bastelten eine Antenne die man mit Schrauben zusammenstellen konnte. Am anderen Tag am späten Nachmittag packten wir alles auf die Mopeds und fuhren zum roten Berg. Allerdings nicht in die Nähe des besagten Zeltes sondern suchten uns eine andere Anhöhe auf dem roten Berg wo wir unseren Versuch starten konnten. Es war schnell alles zusammengebaut. Nun Schalteten wir unseren winzigen Fernseher ein und begannen den Sender zu suchen. Wir guckten uns die Ausrichtung der Antenne bei den anderen ab und verstanden das die auf Ungarn ausgerichtet war. Also über das Maroschtal das in westlicher Richtung verlief und dem zur Folge auch in Richtung Ungarn. Damals war noch terrestrisches Fernsehen und dem entsprechen schwer einen anderen Sender wie das rumänische Fernsehen zu empfangen. Anscheinend hatten unsere Rivalen eine ausgeklügeltere Technik zur Verfügung, den bei uns bekamen wir nichts außer ein paar verwischte Bilder die durch Ruflektion hervorgerufen wurden. Der Ton war nur ein Rauschen. Wir bemühten uns bis spät am Abend etwas auf den Bildschirm zu bekommen aber alles vergebens und der alte Akku gab auch den Geist auf. Müde und total betrübt packten wir unsere Amateurausrüstung zusammen und fuhren in der Dunkelheit, der inzwischen hereingebrochenen Nacht, wieder heim.

Also wir sehen auch an Hand dieses kleinen Beispieles, das der einfache Bürger auf so manches, und das war nicht wenig, in den Jahren der „Goldenen Epoche“ verzichten musste im Gegensatz zu den „Auserlesenen“, die in den Genuss jeder Art von Privilegien kam.

Horst Theil