Die Apotheke „Zum Adler“


Die Erste schriftlich dokumentierte Apotheke in Mühlbach war die Apotheke „Zum Engel“ die im Jahre 1797 von Martin Adam Mauktsch gegründet wurde.

Die Geschichte der Apotheke „Zum Adler“ beginnt mit dem Jahre 1878, als der in Mediasch gebürtige Apotheker Ludwig Binder, eine Konzession der Ungarischen Regierung zur Gründung einer weiteren Apotheke in Mühlbach erhielt. Es folgten 1910 die Apotheke „Zum Löwen“ und 1923 die Apotheke Oskar Alesi.

Hier soll es aber um die Apotheke „Zum Adler“ gehen.
Die Eröffnung dieser fand in einem kleinen Haus statt, das sich in der Siculorumgasse neben dem Geschäft der Ferdinand Binder befand.

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 Erstes Gebäude der Apotheke „Zum Adler“
(Zweites Gebäude rechts)

Die Geschäfte gingen gut und so entschloss sich Apotheker Ludwig Binder seine Apotheke „Zum Adler“ zu vergrößern. Da dieses aber in dem viel zu kleinen Hause nicht möglich war, fasste er den Entschluss dieses komplett abzureißen.

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Neues Gebäude der Apotheke „Zum Adler“
(Zweites von rechts)

Im Jahre 1895 errichtete Ludwig Binder an der Stelle des kleinen Hauses in der Siculorumgasse das stattliche einstöckige Haus (in dem auch heute noch die Apotheke ihren Betrieb hat). In dem Parterre wurde die neue Apotheke „Zum Adler“ eingerichtet, mit Zentral gelegener Eingangstüre und zwei Schaufenstern. Links und Rechts der Eingangstüre, je ein Büsterelief.

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„Zum Adler“ (Vorderansicht)

 

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Im Inneren auf dem Mobiliar wurden Büsten von den Bedeutendsten Gelehrten der Vergangenheit aufgestellt. Die Apotheke verfügte auch über einen Laboratorium in dem die Eigenen Präparate angerichtet wurden.
Teilweise eigene Rezepturen Teilweise aus der Zeitlichen oder älteren Apotheken Literatur.
Diese Tradition der eigenen Herstellung, wahrscheinlich die einzige in weitem Umkreiß, wird auch heute noch gepflegt.

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Das Laboratorium heute

 

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Ein Beispiel alter Apotheker – Literatur
Quelle: Googlebooks

 

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Das Apothekengebäude heute

Einige Bilder der über Hundertjährigen Inneneinrichtung:

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Die Inneneinrichtung war edel und erlesen, eine der Besten dieser Zeit. Solide aber mit Geschmack und großem Können von den damaligen Handwerkern gebaut. Das ist ersichtlich dass diese, trotz der Langen Zeit die sie schon im Einsatz ist, noch immer schön und nobel wirkt bis zum heutigen Tage.
Aber zurück in die Vergangenheit. Ludwig Binder führte die Apotheke bis zum Jahre 1910 dem Jahr in dem sein Assistenzapotheker Walter Metz die Apotheke übernahm.
Am 02. April 1949 die Apotheken im ganzen Land verstaatlicht, darunter auch die Apotheke „Zum Adler“. Sie hieß nun „Farmacia Nr. 28“. Ab diesem Datum, mit kleinen Unterbrechungen, leitete Walter Metz die Apotheke als Angestellter „Erster Apotheker“ bis in das Jahr 1967.
Nach der Revolution im Jahre 1989, kaufte 1999 Dr. Adrian Teodoru die Apotheke von den Erben des Walter Metz (die nach langen Bemühungen ihren Erbanspruch geltend machen konnten). Die Apotheke führt heute den Namen „Teofarm“.
Ein hohes Lob an die Familie Teodoru die es unterlassen haben die Heutigen Möglichkeiten der „Modernisierung“ anzuwenden. So ist diese Apotheke auch heute noch im Originalzustand wie einst. Eine Insel aus der Geschichte der Stadt Mühlbach die heute noch in Funktion ist, und von jedermann betreten und bestaunt werden kann.

Horst Theil

Quellen:
Christian Rother, Volker Wollmann,(Hrsg). Mühlbach und der Unterwald. Hora Verlag, Hermannstadt, 2011.
Guido Fabritius: Beiträge zur Geschichte der deutschen Apotheken und Apotheker in Siebenbürgen. Stuttgart, Deutscher Apothekerverlag. 1986
Bilder: Teofarm, Dori Susan, Postkarten.
Dank an Herrn Gerhard Wagner für die Unterstützung!

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Noch einige Gasthöfe im alten Mühlbach


„Unterwald“

Das Hotel und Restaurant „Unterwald“ befand sich in der Sikulorumgasse an der Ecke mit der Entengasse. Das Gebäude war Eigentum der Mühlbacher Sparkassa AG und wurde an verschiedene Pächter vergeben. Neben dem in einem anderen Beitrag beschriebenen „Goldenen Löwen“, war der „Unterwald“ einer der bedeutendsten, und weit bekannten Gasthöfe. Das Gebäude verfügte im Parterre über ein gut gehendes Restaurant mit lokaler Küche und Lagerräumen. Die Etage beherbergte mehrere gut ausgestattete Gästezimmer. Im „Unterwald“ trafen sich die meisten der Mühlbacher Vereine, so wie auch verschiedene Stammtischgesellschaften, bei Festlichkeiten und feiern.

Im „Unterwald“ spielten die besten Musikanten der Gegend zum Tanze. Als Beispiel, die um die Zeit, berühmten Brüder Pongratz. Nach diesen spielte das Orchester „Poldi“ das später ach auf der „Insel“ tätig war und an die sich die ältere Generation noch gut erinnern kann.

Bild. Poldi Zanca.

Das Orchester „Poldi“ hier im „Unterwald“

Foto: Poldi Zanca

In der kommunistischen Ära funktionierte hier eine Konditorei und Hotel (zu der Zeit das einzige in Mühlbach). Heute ist das Gebäude leer und verwahrlost. (Eigentumsfrage noch nicht geklärt)

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 Der „Unterwald“ (rechtes Gebäude)

 

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Gewesener „Unterwald“ heute 2014


 

Restaurant Stolz

 

Ein weiteres Lokal das von den Mühlbachern sehr beliebt gewesen ist, war das Restaurant Stolz. Dieses im Rathausgässchen gelegen hatte auch einen guten Standort. Das Rathausgässchen war die Verbindungsstrasse zwischen dem großen Platz (Marktplatz) und Holzplatz und gleichzeitig der Weg in die nördlich gelegene Vorstadt. Also immer reges Treiben mit vielen Passanten die dann oft auf ein kühles Bier oder Wein da einkehrten.

Das Restaurant befand sich in einem lang gezogenem Gebäude ungefähr in der Mitte der Strasse. Hier fand man ein elegantes Ambiente, gute Speisen und Getränke und gute Musik.

Des Weiteren befand sich im Hof ein gut ausgestatteter Biergarten mit Baumbestand und Lauben wo man es sich gut gehen lassen konnte. Zimmer zum Übernachten waren auch da.

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Werbeanzeige im Gemeindeblatt 1925


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Der Biergarten um 1898


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Das Restaurant um 1898

 

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Das Gebäude

Dieses Lokal funktionierte von 1844 bis in das Jahr 1940 Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es enteignet und in mehrere Wohnungen aufgeteilt. Diesen Zweck erfüllt es auch heute noch.

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 Das Gebäude heute


„Bogenmeier“

Das Wirtshaus „Bogenmaier“ war von kleinerer Bedeutung. Das an der Hauptstrasse, der äußeren Sikulorum auf der linken Seite, gelegene Lokal war zwar gut gelegen hatte aber nicht viel und zahlkräftiges Publikum. Zu letzt als Wohnhaus genutzt wurde es im Jahre 1968 abgerissen und das neue Postgebäude auf der Stelle errichtet.

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Werbeanzeige im Gemeindeblatt 1925


„La pomul verde“.

 

Zu Deutsch „Zum grünen Baum“. Vor dem Westtor der Stadt, Ecke Mühlgasse mit Griechengasse gelegen, hatte dieser Gasthof einen hervorragenden Standort. An der Landstrasse Arad – Hermannstadt und Klausenburg – Hermannstadt. Das Gebäude wurde Ende des XVIII- ten Jahrhunderts in altdeutschem Stil erbaut. Es verfügte über einen großen Hof einen Schankraum und Übernachtungsmöglichkeiten.   Über ein halbes Jahrhundert war es im Besitz der Familie Rohdt. Daher blieb der Name in der rumänischen Bevölkerung „La Rodoaie“. Von 1880 wurde das Gebäude als Kaserne benutzt und zwar vom dem 64 Regiment bis Ende des XX- Sten  Jahrhunderts als das Regiment nach Broos versetzt wurde.

Vor dem Gebäude befand sich der von den Mühlbachern „Kleine Allee“ genannte Hain. Das war eine mit alten Linden und Kastanien bewachsene Fläche, in deren Schatten die Gespanne abgestellt werden konnten. Hier wurden auch die Zugtiere gefüttert und getränkt oder im Schatten auch ein Mittagsnickerchen gemacht werden konnte. Die meisten Gäste waren aus der „Marginime“ also aus dem Mühlbachtal, dem Pienertal und Miereschtal. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude enteignet und in mehrere Wohnungen aufgeteilt.

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Das Gebäude des gewesenen „La pomul verde“

 

Horst Theil

Quellen: Ion Raica und Otto Elekes

„ Zur Blauen Kugel“


Haus 2 HannDas gewesene Gebäude „Zur Blauen Kugel“

 Wie ich schon in dem Beitrag über den „Goldenen Löwen“ berichtete, besaß Mühlbach noch weitere Gasthöfe. „Zur Blauen Kugel“ war einer davon. Er befand sich vor den Toren der Stadt in Östlicher Richtung auf der Hermannstädter Strasse. Auf der Linken Seite gelegen, gegenüber dem freien Gelände auf der Rechten Seite der Strasse, wo sich um die Zeit Der Viehmarkt befand, war seine Lage äußerst günstig gelegen.

Das Gebäude verfügte über viele Gästezimmer und mehreren großen Kellerräumen. Die große Einfahrt zum Hof befand sich an der Hermannstädter Landstrasse. Der  äußerst große Hof war gegen zwei Strassen mit hohen und dicken Mauern abgesichert. Viele Reisende aus Richtung Hermannstadt stiegen hier ab. Aber nicht nur sondern auch die Bauern aus der nahen und ferneren Umgebung von Mühlbach, insbesondere an den Markttagen.

Im Hof waren entlang der Begrenzungsmauern auch Krippen angebracht für Pferde und Ochsen, die am in die Mauer befestigten Stahlringe angebunden werden konnten.

Das Publikum konnte den Geräumigen Schankraum über die an der Ecke des Hauses befindliche Türe betreten. Diese Möglichkeit bestand auch aus dem Hof direkt.

Das ganze Anwesen war nicht in so hoher Ausstattung aber gut besucht und brachte guten Profit ein. Das geschah auch weil hier die Fuhrleute abstiegen die Waren auf den Routen von Kronstadt, Hermannstadt bis Klausenburg oder Broos transportierten, um sich und den Tieren eine Mahlzeit zu gönnen und um eine Ruhepause einzulegen.

Trotz allem, hier verbrachte, der Siebenbürgenweit bekannte, Josef Marlin (1824 – 1842) einen Teil seiner Kindheit und Jugend. Sein Vater war zeitweise der Besitzer dieses Gasthofes.

Das Unheil kam in der Nacht des Grauens von Mühlbach vom Dritten auf den Vierten November 1918. In dieser Nacht wurde der Gasthof völlig verwüstet.  Der Gasthof erholte sich ziemlich schnell und wurde noch bis ins Jahre 1929 betrieben.

Danach wurde das Gebäude für verschiedene Zwecke benutzt, unter anderem als letztes vor dem Abriss als rumänische Schule. Diese musste auch dem Modernisierungswahn der Kommunisten weichen genau so wie später andere Gebäude der Stadt.

Horst Theil

Quelle: Ion Raica Sebesul 2002

„Zum Goldenen Löwen“


In diesem Beitrag möchte ich einen kleinen Rückblick auf eines der vielen Gasthäuser des alten Ortes Mühlbach werfen. Mühlbach in den frühen Jahren, wen auch nicht groß, hatte aber im Verhältnis zur Einwohnerzahl, eine breite Palette an Gasthäuser und Wirtshäuser zu bieten.

Kleiner Platz (3)

 Rechtes Gebäude „Zum Goldenen Löwen“

 Das größte und bekannteste war der „Goldene Löwe“, das einzige dass diese langen Jahrzehnte überdauert hat. Das Gebäude war seit seiner Erbauung Eigentum der Stadt Mühlbach.

Seine erste dokumentarische Erwähnung reicht in das Jahr 1656 zurück, und somit in die Zeit zwischen die Beiden großen Feuerstürme in den Jahren 1495 und 1661 die fast die ganze Stadt zerstörten. Dieses Wissen blieb uns aus einem Reisebericht eines schwedischen reisenden, der hier einkehrte, auf seinem Weg nach Konstantinopel. Das Gebäude, am kleinen Platz gelegen nahe des Westtores der Stadt, war für die Zeit, eine sehr gut ausgestattete Herberge. Im Erdgeschoss standen Lagerräume für die transportierten Waren und Reisegepäck zur Verfügung. Die Etage verfügte über Schlafzimmer zur Übernachtung der Reisenden. Den Eingang bildete das massive Eichentor mit Wachen die das Tor abends schlossen und bewachten. Die Zufahrt zum Hof führte nach dem Tor mitten durchs Gebäude. Diese war links und rechts mit Laternen versehen die an geschmiedeten Haken hangen. Der Hof befand sich hinter dem Gebäude mit einer Fläche von etwa 19 x 19 Meter. Anschließend an den eigentlichen Hof waren die Pferdeställe. Vom Gebäude bis zu den Ställen war der Hof auf beiden Seiten mit 5 Meter hohen Mauern begrenzt. An beiden Mauern waren Flugdächer angebracht die die Heukrippen an den Mauern vor Regen schützten. Da konnte man die Pferde und Wägen abstellen und manch einer der Begleitpersonen konnte da im Heu übernachten. Alles in allem bildete die Bauweise dieses Gasthofes eine kleine Festung wo der Reisende sich in dieser so unsicheren Zeit geborgen und sicher fühlen konnte.

Diese Bleibe sollte im Laufe der Jahrhunderte in ganz Siebenbürgen Berühmtheit erlangen.

Allerdings stiegen hier nur gutbetuchte Leute und viele Berühmtheiten ab. Der Speisesaal befand sich auf der Rechten Seite des Eingangs. Man konnte hier erlesene Speisen und erlesene Weine genießen. Die Ausstattung mit Besteck, Geschirr und Weinkrügen waren Sonderanfertigungen.

Seinen Namen übernahm das Gasthaus vom Wappen der Stadt das seit 1308 dokumentiert ist und von einem goldenen gekrönten Löwen dargestellt wird.

Beim „Goldenen Löwen“ hielten auch offiziell die Postkutschen die auf den Routen Klausenburg, Broos und Hermannstadt verkehrten. Selbstverständlich verkehrten hier auch die gut betuchten Kaufleute und Persönlichkeiten der Stadt.

In der Etage auf der Südseite befand sich ein Großer Festsaal in dem die Versammlungen der Stadt tagten und alle Festlichkeiten die es zu feiern gab hier stattfanden. Der Festsaal war auch mit einer Bühne ausgestattet.

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 Das Gebäude nach dem zweiten Weltkrieg

 Der Gasthof war im Laufe der Zeit an verschiedene Pächter vergeben und funktionierte so lange bis die Eisenbahn auch in Mühlbach ihren Einzug hatte. In späteren Jahren nach dem zweiten Weltkrieg funktionierte hier der Bußbahnhof Schülerinternat, Kaffeehaus und Stadtkantine. Nach 1989 kam das Gebäude in Privatbesitz und wurde grundlegend Renoviert und seiner Ursprünglichen Bestimmung übergeben indem ein modernes Dreisternehotel entstand.

 

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 Das Gebäude heute


Horst Theil

Quelle: Ion Raica Sebesul 2002

Die Mühlbacher Sparkassa


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Das Gebäude der gewesenen Sparkassa A.G.

in Mühlbach (heute)

 

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Das Gebäude der Sparkassa A.G.

in Mühlbach (früher))

 

 

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Der ehemalige Kassenraum

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Zeitweise diente das Gebäude auch anderen Zwecken.

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Eine geradezu unentbehrliche Einrichtung für die glatte Abwicklung der Geschäfte der Handels – und Industriebetriebe bildeten, Anfang der 30-er Jahre, die Geldanstalten. Sie förderten nicht nur den Bargeldverkehr in hervorragendem Maße, sondern bildeten eine verlässliche Geschäftstelle für die Hinterlegung der überschüssigen Barmittel der Einzelbetriebe. Die damaligen Geldanstalten

– Mühlbacher Sparkassa A.G. 

– Banca Romana S.A.

Beide Zweigstellen in Mühlbach befassten sich nur mit den üblichen Sparkassageschäften: Spareinlagen und Einlagen in laufender Rechnung, Wechseldiskonte, Darlehen in laufender Rechnung, in – und ausländische Überweisungen usw.

– Die Sebeşana (Leiter A.Bojiţă) bildete seit dem Jahre1931, infolge einer Fusion, eine Zweigstelle der Banca Română „ Sebeşana S.A. Karlsburg“. Vor der Fusion hatte die  „Sebeşana “ ein Aktienkapital von 2.000.000 Lei, Spareinlagen im Werte von 26.000.000 Lei. Das gesamte arbeitende Kapital betrug 37.000.000 Lei.

Seit Anfang 1932 arbeitete auf dem Mühlbacher Platze auch die

Banca Poporului, Institut de Credit şi Economie S.A.

Im Jahre 1841 wurde die Sparkassa in Hermannstadt unter Frederik Herbert gegründet. Am 12 November 1896 wurde die Hermannstädter Sparkassa, unter Carl Wolf, neu organisiert und in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Durch nun mehr Kapital zu besitzen führte dass nun zur rasanten Erweiterungen der Gesellschaft im Ganzen Land. Die Anzahl der Filialen stieg auf 132. Dieser Wohlstand hatte zur Folge das auch die Filiale in Mühlbach diesen Umstand, mit dem imposanten Gebäude (mit 26 Räumen), das sich auf dem Großen Platz befand, widerspiegelte.

Die Mühlbacher Sparkassa A.G., damaliger Leiter Emil Leibli, besteht seit dem Jahre 1896 und verfügte über ein Aktienkapital von 10.000.000 Lei und über Spareinlagen von 75.000.000 Lei. Das diese Anstalt über ihre geschäftliche Bedeutung hinaus auch für die kulturellen Belange von großer Wichtigkeit war, ist selbstverständlich.

Das Ende begann am 18 Juli 1945 als der Hauptsitz in Hermannstadt und alle Sparkassen Filialen, auch die in Mühlbach, von den Russen besetzt  und total verwüstet wurden. Bei deren Abzug wurde das verwüstete Gebäude von einer Kommission, angeführt durch den damaligen Bürgermeister Ieronim Trifan, übernommen.

Im April 1946 wurde Der Hauptsitz der Gesellschaft in Hermannstadt und auch die Filiale in Mühlbach mit, in „ Hermannstädter Allgemeine Sparkassa“ umbenannt. Das Gebäude des Gasthofes „Unterwald“, das der Sparkassa gehörte wurde später enteignet. Im Jahre 1948 wurde alles nationalisiert. Und im Jahre 1949 aufgelöst. Nachher später war in diesem Gebäude die Sparanstalt der Kommunistischen  Ära C. E. C. untergebracht.

Beitrag zusammengestellt von Horst Theil

 Quellen:

Nicolae Afrapt und A. Möckel

Der Bahnhof von Mühlbach


Wie kam Mühlbach zu einem Bahnhof? Die Umstände und Uhrsachen reichen zurück in die Zeit wo alle Transporte von Gütern jeglicher Art, so wie auch der Personentransport noch auf dem gut ausgebauten Straßennetz durch Siebenbürgen verlief. Die Günstige geografische Lage der Stadt Mühlbach, wo die Hauptverkehrsstraßen vom Banat nach Siebenbürgen und weiter hinauf nach Norden in Richtung Klausenburg und Großwardein, sich kreuzten,  war auch ein Grund dafür. Von Hermannstadt weiter nach Osten gab es bereits die Eisenbahn. Im Banat wurden auch schon früh die Vorzüge der Bahn genutzt. In dieser Zeit gehörte Siebenbürgen noch zu Österreich – Ungarn, und Hermannstadt war bis jetzt über Klein – Kopisch an das Österreich – Ungarische Bahnnetz angeschlossen. Daher wurde beschlossen die Gleise über den kürzeren Weg über Mühlbach bis Winz zu verlegen, um die Fahrzeit zu verkürzen. Und so entstand die Strecke Hermannstadt – Unter – Winz mit allen Stationen und Haltestellen die bis heute erhalten sind. Die Strecke wurde den  25 November im Jahre 1897 fertig gestellt und in Betrieb genommen. Mit dem erscheinen der Bahn wurden zwar die Wagen und Transport Karawanen, so wie die Postkutschen zurückgedrängt, aber ins gesamt war es ein Faktor der die Entwicklung der Stadt vorantrieb. Besonders die Entwicklung des Gewerbes und den des Personenverkehrs. Die Gasthöfe und Waren – Umschlagplätze litten auch darunter und viele mussten zu machen. Aber alles in allem war es eine Bereicherung. Das Bahnhofsgebäude bestand aus einem Schalterraum, einem Wartezimmer für Fahrgäste, einem kleinen Lager für Pakete und Waren im Erdgeschoss. In der Etage waren die Wohnung des Stationsvorstehers und ein Verwaltungsraum. Neben dem eigentlichen Bahnhofsgebäude gab es noch einige kleine Nebengebäude mit unterschiedlichen Funktionen für den Betrieb einer Bahnstation.

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Der Bahnhof von Mühlbach im Jahre 1908

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Der Bahnhof 2014

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Bahnhofsgebäude gesehen von der Rückseite 2014

 

Beitrag geschrieben von Horst Theil

Quelle: Wikipedia

Neue Bilder: Florin Muntean

 

 

Das Evangelische Untergymnasium von Mühlbach


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 Das evangelische Untergymnasium in Mühlbach (Gesamtansicht)

Ich möchte in dem folgenden Beitrag versuchen etwas über das imposanteste Gebäude, neben der evangelischen Stadtpfarrkirche, von Mühlbach zu der Entstehungsphase und Umstände die dazu führten das dieses Projekt in Angriff genommen wurde, schreiben.


Eine deutsche Schule lässt sich in Mühlbach schon im Jahre 1352 nachweisen. Am 13 Juni dieses Jahres wird ein hiesiger Schulmeister, und zwar Rektor Johannes, genannt. Vom Rumeser Jüngling, der 1438 hier „Studierung halber“, also an einer höheren Schule weilte, war schon die Rede. Die verhältnismäßig große Zahl von Studierenden aus dem Unterwald an den Universitäten des Auslandes ist mit ein Beweis für den Bestand und die Güte der Mühlbacher Schule.
Fürst Johann Sigismund (16 Jahrhundert) beabsichtigte in Mühlbach, dass er auch sonst stark vergrößern wollte, eine Akademie zu errichten.
Alfred Möckel 1926


Die Tatsache ist, dass in unserer Heimatstadt um die 1860- er Jahre schon die Erkenntnis da war das die existierende Schule den Anforderungen nicht mehr gerecht war. Die Bevölkerung hatte einen bedeutenden Anstieg an jungen Leuten erfahren, die wissbegierig die Schule besuchten. Des gleichen wurde die Schule auch von außerhalb von Mühlbach immer mehr besucht. Nach sorgfältigem prüfen der finanziellen und materiellen Möglichkeiten hatte man beschlossen diesen Bau in Angriff zu nehmen. Dieser Entschluss basierte auf der Erkenntnis das man feststellte das die finanzielle Lage der Stadt und der Kirche zu dem Zeitpunkt es nicht erlaubt hätten dieses Projekt an zu gehen, wäre nicht die enorme Spendenwilligkeit der gesamten Bürgerschaft, quer durch alle Schichten der Gesellschaft, da gewesen.
Wer die finanzielle Möglichkeit nicht besaß um zu spenden, der beteiligte sich mit der eigenen Arbeitskraft oder mit Transporthilfe des Baumateriales.
Man muss erwähnen dass auch die Schulmänner ihre ganze Schaffenskraft in dieses Projekt investierten, so wohl die Physische als auch Geistige.
Es lagen mehrere Vorschläge zur Gestaltung des Schulgebäudes vor. Man entschied sich zu der heute existierenden Variante.
Der Bau wurde im neugotischen Stil gebaut, bestehend aus 3 Trakten: Der Hauptflügel und zwei Seitenflügel. Im Hauptflügel die geräumigen Klassenzimmer und eine wunderschöne Aula die man auch zu Theateraufführungen benutzen konnte. Die beiden Seitenflügel sollten zu Wohnungen der Rektoren und Lehrer dienen. Der Schulhof war gemeinsam mit dem Kirchhof. Der Haupteingang ist auf der Westseite. Der Schülereingang liegt im Schulhof auf der Ostseite. Beide Eingänge münden in einen großzügig gestalteten Eingangsbereich.

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Westfront mit Haupteingang.

Über dem Haupteingang ist das Jahr 1865 als Basorelief in einer Nische angebracht. (wahrscheinlich Vollendung des Rohbaues, „Richtfest“) Darüber im ersten Stock die Aula und ganz oben ein Schriftzug der nach und nach in ganz Siebenbürgen bekannt werden sollte „ Bildung ist Freiheit“.
Die weniger bekannten Innschriften befanden sich am alten Giebel auf der Ostseite des Gebäudes im Schulhof. Es waren 3 Innschriften, die erste links, dann oben zentral, und eine rechts.

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 Hofansicht alter Giebel mit den 3 Innschriften.

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Linke Seite:
Begonnen
Im Mai
1864

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Mitte:
Des………
,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,
aus seiner
Jugend
(So viel konnte ich nur entziffern)

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Rechte Seite:
Vollendet
im Oktober
1866

Der Beschluss der Gemeindeverwaltung zu diesem Bau viel endgültig am 22. März 1863. Die Genehmigung durch das Bezirkskonsistoriums erfolgte am 8 April desselben Jahres. Der Bau der Schule begann 1864 und endete nach zwei Jahren Bauzeit im Jahre 1866.

 

 

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Ostfront mit Schulhof und Schülereingang heute

Ich werde ihnen jetzt zeigen was der damalige Schuldirektor Wilhelm Schuster verfasst und veröffentlicht hat.

Auszug aus:

Programm des evangelischen

Untergymnasiums in Mühlbach

Am Ende des Schuljahres 1862 – 1863

Veröffentlicht von

Direktor

Friedrich Wilhelm Schuster

Im Besitz der Bayerischen Landesbibliothek

 Quelle: Google Books

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Beitrag geschrieben und zusammengestellt von: Horst Theil