„ Zur Blauen Kugel“


Haus 2 HannDas gewesene Gebäude „Zur Blauen Kugel“

 Wie ich schon in dem Beitrag über den „Goldenen Löwen“ berichtete, besaß Mühlbach noch weitere Gasthöfe. „Zur Blauen Kugel“ war einer davon. Er befand sich vor den Toren der Stadt in Östlicher Richtung auf der Hermannstädter Strasse. Auf der Linken Seite gelegen, gegenüber dem freien Gelände auf der Rechten Seite der Strasse, wo sich um die Zeit Der Viehmarkt befand, war seine Lage äußerst günstig gelegen.

Das Gebäude verfügte über viele Gästezimmer und mehreren großen Kellerräumen. Die große Einfahrt zum Hof befand sich an der Hermannstädter Landstrasse. Der  äußerst große Hof war gegen zwei Strassen mit hohen und dicken Mauern abgesichert. Viele Reisende aus Richtung Hermannstadt stiegen hier ab. Aber nicht nur sondern auch die Bauern aus der nahen und ferneren Umgebung von Mühlbach, insbesondere an den Markttagen.

Im Hof waren entlang der Begrenzungsmauern auch Krippen angebracht für Pferde und Ochsen, die am in die Mauer befestigten Stahlringe angebunden werden konnten.

Das Publikum konnte den Geräumigen Schankraum über die an der Ecke des Hauses befindliche Türe betreten. Diese Möglichkeit bestand auch aus dem Hof direkt.

Das ganze Anwesen war nicht in so hoher Ausstattung aber gut besucht und brachte guten Profit ein. Das geschah auch weil hier die Fuhrleute abstiegen die Waren auf den Routen von Kronstadt, Hermannstadt bis Klausenburg oder Broos transportierten, um sich und den Tieren eine Mahlzeit zu gönnen und um eine Ruhepause einzulegen.

Trotz allem, hier verbrachte, der Siebenbürgenweit bekannte, Josef Marlin (1824 – 1842) einen Teil seiner Kindheit und Jugend. Sein Vater war zeitweise der Besitzer dieses Gasthofes.

Das Unheil kam in der Nacht des Grauens von Mühlbach vom Dritten auf den Vierten November 1918. In dieser Nacht wurde der Gasthof völlig verwüstet.  Der Gasthof erholte sich ziemlich schnell und wurde noch bis ins Jahre 1929 betrieben.

Danach wurde das Gebäude für verschiedene Zwecke benutzt, unter anderem als letztes vor dem Abriss als rumänische Schule. Diese musste auch dem Modernisierungswahn der Kommunisten weichen genau so wie später andere Gebäude der Stadt.

Horst Theil

Quelle: Ion Raica Sebesul 2002

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