Die Apotheke „Zum Adler“


Die Erste schriftlich dokumentierte Apotheke in Mühlbach war die Apotheke „Zum Engel“ die im Jahre 1797 von Martin Adam Mauktsch gegründet wurde.

Die Geschichte der Apotheke „Zum Adler“ beginnt mit dem Jahre 1878, als der in Mediasch gebürtige Apotheker Ludwig Binder, eine Konzession der Ungarischen Regierung zur Gründung einer weiteren Apotheke in Mühlbach erhielt. Es folgten 1910 die Apotheke „Zum Löwen“ und 1923 die Apotheke Oskar Alesi.

Hier soll es aber um die Apotheke „Zum Adler“ gehen.
Die Eröffnung dieser fand in einem kleinen Haus statt, das sich in der Siculorumgasse neben dem Geschäft der Ferdinand Binder befand.

1932728_735489339824014_200510389_o_gerahmt

 Erstes Gebäude der Apotheke „Zum Adler“
(Zweites Gebäude rechts)

Die Geschäfte gingen gut und so entschloss sich Apotheker Ludwig Binder seine Apotheke „Zum Adler“ zu vergrößern. Da dieses aber in dem viel zu kleinen Hause nicht möglich war, fasste er den Entschluss dieses komplett abzureißen.

10001208_735489529823995_1007229836_o_gerahmt

Neues Gebäude der Apotheke „Zum Adler“
(Zweites von rechts)

Im Jahre 1895 errichtete Ludwig Binder an der Stelle des kleinen Hauses in der Siculorumgasse das stattliche einstöckige Haus (in dem auch heute noch die Apotheke ihren Betrieb hat). In dem Parterre wurde die neue Apotheke „Zum Adler“ eingerichtet, mit Zentral gelegener Eingangstüre und zwei Schaufenstern. Links und Rechts der Eingangstüre, je ein Büsterelief.

Bild Apot. alt_gerahmt

„Zum Adler“ (Vorderansicht)

 

970803_685740801490722_1066894135_n - Kopie_gerahmt

AESCULAP

10015643_685740824824053_1233130780_n_gerahmt

HYGAEA

Im Inneren auf dem Mobiliar wurden Büsten von den Bedeutendsten Gelehrten der Vergangenheit aufgestellt. Die Apotheke verfügte auch über einen Laboratorium in dem die Eigenen Präparate angerichtet wurden.
Teilweise eigene Rezepturen Teilweise aus der Zeitlichen oder älteren Apotheken Literatur.
Diese Tradition der eigenen Herstellung, wahrscheinlich die einzige in weitem Umkreiß, wird auch heute noch gepflegt.

547764_328736057191200_2075579351_n_gerahmt

Das Laboratorium heute

 

Apot.hygaea

Ein Beispiel alter Apotheker – Literatur
Quelle: Googlebooks

 

1959388_441071496025058_1204362998_n_gerahmt

Das Apothekengebäude heute

Einige Bilder der über Hundertjährigen Inneneinrichtung:

148559_441280909270047_1524025580_n_gerahmt561883_328735733857899_577914760_n_gerahmt1383648_685741014824034_775517223_n_gerahmt1978666_685741348157334_385398414_n_gerahmt561883_328735723857900_318637371_n_gerahmt561883_328735730524566_1852132243_n_gerahmt

Die Inneneinrichtung war edel und erlesen, eine der Besten dieser Zeit. Solide aber mit Geschmack und großem Können von den damaligen Handwerkern gebaut. Das ist ersichtlich dass diese, trotz der Langen Zeit die sie schon im Einsatz ist, noch immer schön und nobel wirkt bis zum heutigen Tage.
Aber zurück in die Vergangenheit. Ludwig Binder führte die Apotheke bis zum Jahre 1910 dem Jahr in dem sein Assistenzapotheker Walter Metz die Apotheke übernahm.
Am 02. April 1949 die Apotheken im ganzen Land verstaatlicht, darunter auch die Apotheke „Zum Adler“. Sie hieß nun „Farmacia Nr. 28“. Ab diesem Datum, mit kleinen Unterbrechungen, leitete Walter Metz die Apotheke als Angestellter „Erster Apotheker“ bis in das Jahr 1967.
Nach der Revolution im Jahre 1989, kaufte 1999 Dr. Adrian Teodoru die Apotheke von den Erben des Walter Metz (die nach langen Bemühungen ihren Erbanspruch geltend machen konnten). Die Apotheke führt heute den Namen „Teofarm“.
Ein hohes Lob an die Familie Teodoru die es unterlassen haben die Heutigen Möglichkeiten der „Modernisierung“ anzuwenden. So ist diese Apotheke auch heute noch im Originalzustand wie einst. Eine Insel aus der Geschichte der Stadt Mühlbach die heute noch in Funktion ist, und von jedermann betreten und bestaunt werden kann.

Horst Theil

Quellen:
Christian Rother, Volker Wollmann,(Hrsg). Mühlbach und der Unterwald. Hora Verlag, Hermannstadt, 2011.
Guido Fabritius: Beiträge zur Geschichte der deutschen Apotheken und Apotheker in Siebenbürgen. Stuttgart, Deutscher Apothekerverlag. 1986
Bilder: Teofarm, Dori Susan, Postkarten.
Dank an Herrn Gerhard Wagner für die Unterstützung!

Advertisements

Die Kinderspiele in den Gassen von Mühlbach (60-er Jahre)


Um diese Zeit gab es in Mühlbach, wie in den restlichen Ortschaften in Siebenbürgen auch, noch keine elektronischen Spielsachen. Es gab keinen PC, kein Handy und den Restlichen elektronischen Krim-Kram gab es auch nicht. Das Fernsehen war in seinen Anfängen und von schlechter Qualität und meistens auf 2 Stunden täglich begrenzt.
Unter diesen Umständen war der Erfinderreichtum der Kinder angesagt. Es mangelte auch nicht daran. Damals verbrachten die Kinder viel mehr Freizeit im Freien wo sich ihr Tagesablauf abspielte. Mann spielte Ballspiele verschiedenster Art, Fangen, Verstecken oder Räuber und Gendarm. Manchmal wurde ein Metallring, meistens eine alte Felge von einem Tretrollerrad, mit Hilfe eines gebogenen Drahtes (ähnlich einem Feuerhaken), vor sich her geschoben. Die Gasse rauf und runter. Ein anders mal fuhren die Kinder Dreirad oder in seltenen Fällen ein Kinderbizickel (die selten und teuer waren). Man sah dieses Bild spielender Kinder in allen Gassen der Stadt. Und wenn es in der Eigenen Gasse zu langweilig wurde machte man einen Abstecher in eine benachbarte Gasse. Wenn das auch langweilig wurde, wich man in die Hundserlen oder irgendwo außerhalb der Stadt in die freie Natur aus. Also die Kinder waren die besten Kenner ihrer Umgebung. Überall wurde „geforscht“ und gestöbert von den Hausgärten über die Scheunen bis in die Hundserlen und näherer Umgebung der Stadt. Natürlich blieb dies nicht ohne Folgen. Wenn der Abend kam da hatte fast jeder etwas von verdreckter Kleidung und Schuhe bis Schürfungen und kleinere Verletzungen vorzuweisen. Dies wiederum hatte so manche Standpauke als Folge.
Die Kinder der Innenstadt, deren Hausgärten an die Stadtmauer grenzten, kletterten sehr oft auf diese. Dann marschierten sie auf der Mauer manchmal über die ganze Länge vom Gartenkino bis Studententurm. Bei dieser Gelegenheit blieb es nicht aus den besten Überblick auf die anderen Gärten zu haben, und in den mit dem besten und reifesten Obst mal herab zu steigen um welches zu stibitzen. Mit fortgeschrittenem Alter verbrachten sie auch viel Zeit da oben. Der Grund dafür war, das sie in den Löchern der Mauern heimlich Zigaretten versteckt hatten, die sie dann wie sie glaubten unbeobachtet rauchen konnten. Danach gab es Fettbrot mit Zwiebeln oder Mentosane um nicht durch den Geruch entdeckt zu werden.
Bei den Mädchen waren die Hüpfspiele sehr Beliebt. Die Spielfelder wurden mit einem Stock in den Trottoire eingeritzt (da gab es noch keine geteerten oder gepflasterte) und das Spiel konnte beginnen. Alle diese Spiele waren unter dem Umgangssprachlichen Begriff „Ogoi“ benannt.

Scan0004

Scan0003Zwei Beispiele dieser Spiele.

Das Seilspringen in den verschiedensten Variationen war auch sehr beliebt. Das konnte man auch alleine oder in Gruppen ausüben.

Einige Spiele der Buben waren von den Eltern gar nicht gerne gesehen. Das waren die Spiele mit Geldmünzen. Zwei davon waren „Pizula“ und „Biserikuza“. Daher wurden diese Spiele immer an von Blicken geschützten Stellen gespielt. Sehr oft in der Gasse die zwischen der Turnhalle und Tischlerei „Leibli“ in die Quergasse führte. Da waren wenige Leute unterwegs.

Bei dem Spiel Pizula ging es um folgendes: Man musste eine Münze an die Häuserwand so schlagen das sie so weit wie möglich abprallte. Der nächste Spieler musste das wiederholen und danach trachten das seine Münze so nahe wie möglich an die des Vorspielers heran kam. Wenn der Abstand zwischen den beiden Münzen eine Spannebreit war, das akribisch nachgemessen wurde, dann konnte der letztere, beide Münzen behalten. Und auf ging´s in die nächste Runde. Dieses Spiel wurde in der Regel mit 5 Bani – Münzen gespielt.

Mit denselben Münzen spielte man auch Biserikuza. Bei diesem Spiel musste man eine Münze  aus Gürtelhöhe auf den Boden fallen lassen. Der nächste Spieler musste so zielen das seine Münze, teilweise oder ganz, auf der anderen Münze liegen blieb. War das nicht der Fall so blieben die Münzen liegen bis jemand erreichte dass die von ihm geworfene auf einer anderen liegen blieb. Der das schaffte konnte alle liegenden Münzen aufheben und behalten.

Diese Spiele waren natürlich „unanständig“ und von den Eltern nicht erlaubt. Aber wie es so schön heißt: „Alles was verboten ist macht Spaß“. Also sie sehen das bei den Kindern ehemals in Mühlbach selten lange Weile aufkam. Schade das die Kinder heut zu Tage fast das Spielen und die Beschäftigung in freier Natur verlernt haben.

Horst Theil

Die Schottergrube oder „Balta lui Dolfi“


Schottergrube

Die gewesene Schottergrube nördlich von Mühlbach (Polaroidbild Ende der 70-er Jahre)

Die Schottergrube am Nördlichen Stadtrand gelegen, fand ihre Geburtsstunde beim Bau der Eisenbahntrasse Hermannstadt – Unterwinz. Die Strecke wurde am  25 November 1897 fertig gestellt und in Betrieb genommen.  Die Stelle wurde gewählt aus dem einfachen Grund, da sie sich nahe dem Trassenverlauf befand. Der hier vorhandene Schotter, stammt wahrscheinlich daher, das der Mühlbach in seiner Vergangenheit, laut geschichtlichen Aufzeichnungen, sein Bachbett mehrere male geändert hatte angeblich über das ganze Stadtgebiet. Da man für den Bahndamm viel Material benötigte, war sein naher Abbau Ort willkommen. Um diese Zeit gab es noch keine Bagger, daher musste das meiste Material in Handarbeit abgebaut und mit Fuhrwerken an die benötigte Stelle transportiert werden. So entstand bis zur Fertigstellung der Trasse ein beachtliches Loch in der Landschaft. Die Hälfte der Bodenfläche des Grundes war einige Meter tiefer wie der Rest. Diese Hälfte füllte sich nach und nach mit Wasser. Die Ufer der Grube wurden grün und ein kleiner Buschbestand machte sich breit. Von den Ufern ausgehend zur Mitte der Wasserfläche begann der Schilfwuchs so dass nur eine kleine Fläche in der Mitte schilffrei blieb. In diesem Abschnitt machten sich Seerosen breit. Die Fauna blieb auch nicht aus. Verschiedene Wasservögel wie Fischreiher , Wildenten und zeitweise auch Wildgänse die hier Rast machten. Die Unterwasserwelt beherbergte Fische, Wasserkäfer, Blutegel, verschiedene Lurche und Molche. Und natürlich Frösche. Eine Unzahl Frösche die an Sommerabenden ihr Konzert, lauthals bis in die Stadt sendeten. Alles in allem, ein sehr reichhaltiges Biotop das zu erhalten es sinnvoll gewesen wäre. Die Kinder benutzten die Ufer auf der Wasserfreien Seite im Winter um zu Rodeln, da es nahe der Stadt war. Die Fleischverarbeitung im frühen Mühlbach entnahm im Winter das für die Eiskeller benötigte Eis. Das Schilf wurde auch geerntet und Fußabtritte und die beim Verputzen der Decken (Plafon) benötigten Schilfmatten, herzustellen. An den Ufern saßen oft Angler und gingen hier ihrem Steckenpferd nach.  Aber im Laufe der Jahre änderte sich so manches an dieser Idylle. Die Leute aus der Nähe fingen an ihren Müll und Schrott an den Ufern auszukippen. Das inzwischen verstaatlichte Schlachthaus zäunte am Ufer einen Bereich ein und benutzte diese Fläche für die Zwischenlagerung von Schlachttierknochen, bis zum Abtransport von diesen zur Weiterverarbeitung. Und alles offen und unter freiem Himmel. Mann kann sich vorstellen was für ein bestialischer Gestank die vergammelten Knochen verbreiteten. Abgesehen von den Myriaden von Mücken und Schmeißfliegen die da ihr Paradies hatten. Nach 1989 irgendwann rückten die Bulldozer an und die Schottergrube wurde eingeebnet.

1622505_10202642840584414_280105950_o

Blick auf die Stelle wo einst die Schottergrube war. 2013

Balta

Die Stelle wo die Schottergrube war. (heute)

Heute liegt die Fläche brach, abgesehen das man bemerken kann das wieder das Erscheinen des Mülls in den Vordergrund rückt. Den Mühlbachern ist die Schottergrube ein Begriff, daher gilt diese Beschreibung denen die sich erst vertraut mit der Stadt Mühlbach machen, oder machen möchten. Die von der rumänischen Bevölkerung benutzte Bezeichnung lautet „Balta lui Dolfi“. Das kam daher dass in dem letzten Haus der Stadt, fast gegenüber der Schottergrube, ein Mann namens Dolfi wohnte der früher mal einen Fiaker besaß und am Marktplatz in der Stadt seine Dienste anbot.

Das war die kleine Geschichte der Schottergrube von Mühlbach.

Horst Theil

Noch einige Gasthöfe im alten Mühlbach


„Unterwald“

Das Hotel und Restaurant „Unterwald“ befand sich in der Sikulorumgasse an der Ecke mit der Entengasse. Das Gebäude war Eigentum der Mühlbacher Sparkassa AG und wurde an verschiedene Pächter vergeben. Neben dem in einem anderen Beitrag beschriebenen „Goldenen Löwen“, war der „Unterwald“ einer der bedeutendsten, und weit bekannten Gasthöfe. Das Gebäude verfügte im Parterre über ein gut gehendes Restaurant mit lokaler Küche und Lagerräumen. Die Etage beherbergte mehrere gut ausgestattete Gästezimmer. Im „Unterwald“ trafen sich die meisten der Mühlbacher Vereine, so wie auch verschiedene Stammtischgesellschaften, bei Festlichkeiten und feiern.

Im „Unterwald“ spielten die besten Musikanten der Gegend zum Tanze. Als Beispiel, die um die Zeit, berühmten Brüder Pongratz. Nach diesen spielte das Orchester „Poldi“ das später ach auf der „Insel“ tätig war und an die sich die ältere Generation noch gut erinnern kann.

Bild. Poldi Zanca.

Das Orchester „Poldi“ hier im „Unterwald“

Foto: Poldi Zanca

In der kommunistischen Ära funktionierte hier eine Konditorei und Hotel (zu der Zeit das einzige in Mühlbach). Heute ist das Gebäude leer und verwahrlost. (Eigentumsfrage noch nicht geklärt)

Unterwald0002

 Der „Unterwald“ (rechtes Gebäude)

 

unterwald

Gewesener „Unterwald“ heute 2014


 

Restaurant Stolz

 

Ein weiteres Lokal das von den Mühlbachern sehr beliebt gewesen ist, war das Restaurant Stolz. Dieses im Rathausgässchen gelegen hatte auch einen guten Standort. Das Rathausgässchen war die Verbindungsstrasse zwischen dem großen Platz (Marktplatz) und Holzplatz und gleichzeitig der Weg in die nördlich gelegene Vorstadt. Also immer reges Treiben mit vielen Passanten die dann oft auf ein kühles Bier oder Wein da einkehrten.

Das Restaurant befand sich in einem lang gezogenem Gebäude ungefähr in der Mitte der Strasse. Hier fand man ein elegantes Ambiente, gute Speisen und Getränke und gute Musik.

Des Weiteren befand sich im Hof ein gut ausgestatteter Biergarten mit Baumbestand und Lauben wo man es sich gut gehen lassen konnte. Zimmer zum Übernachten waren auch da.

Werbeanzeige_Gemeindeblatt_1925_Stoltz_klein

Werbeanzeige im Gemeindeblatt 1925


Restaurant_Stolz_Mühlbach_um_1998 - Kopie - Kopie

Der Biergarten um 1898


Restaurant_Stolz_Mühlbach_um_1998 - Kopie

Das Restaurant um 1898

 

Restaurant_Stolz_Mühlbach_um_1998 - Kopie - Kopie (2)

Das Gebäude

Dieses Lokal funktionierte von 1844 bis in das Jahr 1940 Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es enteignet und in mehrere Wohnungen aufgeteilt. Diesen Zweck erfüllt es auch heute noch.

ssstolz

 Das Gebäude heute


„Bogenmeier“

Das Wirtshaus „Bogenmaier“ war von kleinerer Bedeutung. Das an der Hauptstrasse, der äußeren Sikulorum auf der linken Seite, gelegene Lokal war zwar gut gelegen hatte aber nicht viel und zahlkräftiges Publikum. Zu letzt als Wohnhaus genutzt wurde es im Jahre 1968 abgerissen und das neue Postgebäude auf der Stelle errichtet.

Werbeanzeige_Gemeindeblatt_1925_Bogenmeier_klein

Werbeanzeige im Gemeindeblatt 1925


„La pomul verde“.

 

Zu Deutsch „Zum grünen Baum“. Vor dem Westtor der Stadt, Ecke Mühlgasse mit Griechengasse gelegen, hatte dieser Gasthof einen hervorragenden Standort. An der Landstrasse Arad – Hermannstadt und Klausenburg – Hermannstadt. Das Gebäude wurde Ende des XVIII- ten Jahrhunderts in altdeutschem Stil erbaut. Es verfügte über einen großen Hof einen Schankraum und Übernachtungsmöglichkeiten.   Über ein halbes Jahrhundert war es im Besitz der Familie Rohdt. Daher blieb der Name in der rumänischen Bevölkerung „La Rodoaie“. Von 1880 wurde das Gebäude als Kaserne benutzt und zwar vom dem 64 Regiment bis Ende des XX- Sten  Jahrhunderts als das Regiment nach Broos versetzt wurde.

Vor dem Gebäude befand sich der von den Mühlbachern „Kleine Allee“ genannte Hain. Das war eine mit alten Linden und Kastanien bewachsene Fläche, in deren Schatten die Gespanne abgestellt werden konnten. Hier wurden auch die Zugtiere gefüttert und getränkt oder im Schatten auch ein Mittagsnickerchen gemacht werden konnte. Die meisten Gäste waren aus der „Marginime“ also aus dem Mühlbachtal, dem Pienertal und Miereschtal. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude enteignet und in mehrere Wohnungen aufgeteilt.

Zum grünen Baum

Das Gebäude des gewesenen „La pomul verde“

 

Horst Theil

Quellen: Ion Raica und Otto Elekes

Zum Gedenken an Schmidt`en Titz


Andreas Schmidt wurde in Mühlbach am 7. November 1832 geboren. Von Beruf Fleischhauer (Metzger). Nebenher betrieb er auch einen Fuhrbetrieb für Nahverkehr. Seine Fleischbank befand sich in zentraler Lage auf dem großen Platz. Er war, um seine Zeit, allen Bürgern der Stadt bekannt ging aber in die Geschichte der Stadt Mühlbach als Schmidt`en Titz ein. Andreas Schmidt hatte aus erster Ehe eine Tochter namens Johanna. In seiner Zweiten Ehe die sehr Kinderreich war, aber nur wenige das Kleinkindalter überlebten, musste er den Verlust seiner Kinder verkraften. Und da er ein besonderer Mensch war, verarbeitete er diese Schicksalsschläge indem er anfing das Ganze Irdische Leben als einen Witz zu behandeln. In seinem Inneren war er ein herzensguter Mensch, er half den Armen und Bedürftigen wo er nur die Möglichkeit hatte. Er hatte immer ein offenes Ohr für deren Probleme. Er begann die Dummheit, die Bosheit, den Neid und die Selbstsucht zu verspotten egal ob es Privatpersonen oder die Obrigkeiten waren. Er liebte die Alt- Griechische und Römische Geschichte und war auch ein Bibelfester Mann. Als gebildeter Mann wurde er oftmals um Rat gebeten wen es um die Belange der Stadt ging. Beim durchführen seiner Streiche, die sich im Rahmen der Einfachen Gemeinschaft abspielten, legte er immer wieder Ironie und Kühnheit an den Tag. Diese Eigenschaften widerspiegeln sich auch in den Aufzeichnungen seiner, im Laufe seines Lebens begangenen Streiche, in Form von Anekdoten und Geschichten wieder. Die Leute erzählten sich diese Geschichten weiter, und wahrscheinlich dichteten sie auch das eine oder andere dazu.

Andreas Schmidt war wie alle Fleischhauer in Mühlbach gut situiert, durch seine Stückchen aber, die er zum Gaudium der Volksmenge aufführte und die ihn viel Geld kosteten, (Strafen und Bußgelder) zum Schluss gänzlich verarmt. Er starb am 6. April 1902 in Mühlbach und wurde auf dem Evangelischen Friedhof beigesetzt. Einen Grabstein findet man allerdings nicht mehr. Wahrscheinlich wurde das Grab nicht mehr bezahlt und trat in anderen Besitz.

 Horst Theil


Und nun Erzählungen einiger Streiche des Schmidt`en Titz, von Frau Marion Koepf geb. Graf, die Ihr Großvater Julius Graf (gebürtiger Mühlbacher) ihr per Korrespondenz aus Mühlbach erzählte. Herr Julius Graf kannte Andreas Schmidt persönlich.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Frau Marion Koepf für diese schönen Geschichten über den Mann der im Früheren Mühlbach für Heiterkeit und Spaß sorgte.


Mein Großvater, Julius Graf, geb. 1878 in Mühlbach, schrieb mir, als ich noch ein Kind war, 1956 aus Rumänien gerne die Geschichten vom Schmidt`en Titz. Ein anderer Kontakt war zu meinem Großvater damals ja nicht möglich, erst kurz später konnten meine betagten Großeltern nach Deutschland ausreisen.
Der Schmidt`en Titz war ein Schalk- vergleichbar vielleicht mit Till Eulenspiegel- der anderen Leuten und der Obrigkeit gerne Streiche spielte. Die Leute erzählten sich diese Geschichten weiter, dichten vielleicht auch das eine oder andere dazu.
Mein Großvater schrieb:
Nun willst Du auch vom Schmidt`en Titz etwas hören? Also hör gut zu und lach ein wenig. Schmidt`en Titz war Fleischhauer wie auch mein Vater in Mühlbach, wo wir alle 5 Geschwister, Dolf, ich, Jul, Iren, Pepi und Andres das Licht der Welt erblickten. Die Fleischbänke befanden sich am großen Platz, wo sich auch der ganze Verkehr abspielte und hatten diese Form: (Zeichnung). In jeder Abteilung war, links und rechts, je 1 Fleischer untergebracht, darunter auch Schmidt`en Titz. Dieser war wie alle Fleischhauer in Mühlbach gut situiert, durch seine Stückchen aber, die er zum Gaudium der Volksmenge aufführte und die ihn viel Geld kosteten, zum Schluss gänzlich verarmt. Wir hielten uns als Fleischhauerbuben auch sehr gerne in der Nähe dieser Verkaufstellen auf, es gab da immer, auf Kosten anderer, etwas zum Lachen. Nun will ich beginnen:
Schmidt hatte ein Militärhorn in seiner Bude. Leute, die ihn kannten (fast alle), gingen deshalb nie über den Platz, sondern an den Häusern ringsherum. Nun aber traf es sich, daß einmal der alte Färbermeister Has über den Platz ging. Rasch ergriff Schmidt seine Trompete, blies hinein und rief laut: Schaut’s meine Herren und Damen, bei uns laufen jetzt die alten Hasen am helllichten Tag frei über den Platz. Der alte Has darüber erbittert, hob einen Fuß und rief dem Schmidt den Schäßburger Gruß zu („Götz v. Berlichingen“). Mutti oder Vati sollen euch diesen übersetzen. Da gab’s natürlich großes Hallo.

Marion Koepf geb. Graf bzw. Julius Graf (geb. 1878)


 Einen Zigeuner, einen großen feschen Mann, zog Schmidt`en Titz einmal ganz in schwarz an, Salonrock, schwarze Hose, Lackschuhe, Zylinder, weiße Glacéhandschuhe und weiße Krawatte, und er trug ihm auf, um 12 Uhr mittags, wenn die Beamten, Bürgermeister, Polizeidirektor und verschiedene höhere Beamte zum Speisen gingen, vor dem Gebäude nichts anderes zu machen als dort auf und ab zu promenieren. Das andere würde sich dann schon finden. Die Polizeidiener und viele andere, die nicht einmal sonntags in einer so kleinen Stadt so elegante Persönlichkeiten in schwarz sahen, grüßten devot, bis einer ihn ansah und in dem eleganten Herrn den Bronz, den Zigeuner aus der Ziganie erkannte. Da nahm das Hallo wieder kein Ende. Schmidt musste natürlich wieder bezahlen, und der Zigeuner flog für einige Tage ins Loch.
Ich stand wieder einmal in der Nähe von der Fleischbank des Schmidt`en Titz, hatte einen Strohhut auf dem Kopf, auf dem ich ein gewisses gefärbtes Gras befestigt hatte, so wie es unsere rumänischen Bauernburschen heute noch tragen. Auf einmal kommt mir so ein brenzliger Geruch in die Nase und es kam mir so warm vor auf meinem Kopf. Zum Teufel, dachte ich, was ist dies? Da steht schon der Schmidt hinter mir und ruft mir zu: Jul, dein Hut brennt! Und er hatte Recht. Ich riss diesen sofort von meinem Kopfe, und nicht nur das Gras, sondern auch der halbe Hut stand schon in Flammen. Von rückwärts hatte er das Gras angezündet und schneller als er dachte hatte auch der Hut Feuer gefangen.

Marion Koepf bzw. Julius Graf (geb. 1878)


Früher, wie ich noch klein, also ein Junge war, waren in Mühlbach 2 – 3 Nachtwächter angestellt mit Hellebarde und Horn. Zuerst blies der Nachtwächter ins Horn hinein und rief dann die Stunde aus: 11, 12 usw. Nachher kam der Vers: Bewahrt das Feuer und das Licht, damit ja auch kein Unglück geschicht! Auf diese hatte Schmidt es besonders scharf, da sie oft in einer Ecke schliefen und es unserem Herrgott überließen, für sie zu sorgen. Nun, was tat er? Er ließ an einem schönen Abend Schnaps aufmarschieren- und nicht wenig. Die Nachtwächter tranken bis sie total voll waren. Dieses wartete Schmidt ab, holte einen Wagen mit Stroh, legte sie hinein und fuhr mit ihnen nach Alvincz, einem Dorf 1/2 Stunde entfernt von Mühlbach. Dort weckte er sie auf, sie mögen doch ihren Dienst versehen, es sei ja schon 11 Uhr. Derweil war es schon 3 Uhr morgens. Diese, noch total tusslich im Kopfe wußten nicht recht, was mit ihnen los war und riefen in jeder Gasse die Zeit aus. Auf dieses Geschrei kamen die dortigen Nachtwächter herbei, und es gab zwischen diesen eine elende Keilerei. Schmidt machte sich mit seinem Wagen rasch aus dem Staube und überließ die Nachtwächter ihrem Schicksal. Dies Ereignis hatte am nächsten Tag noch ein Nachspiel. Er wurde auf das Rathaus zitiert, um sich für diesen Ulk zu verantworten. Man wusste ja gleich, wer der Urheber war. Das Rathaus war ein sehr alter Bau mit einer sehr breiten Treppe hinauf, so daß auch ein Pferd hinaufsteigen konnte. Schmidt nahm eines seiner Pferde, ritt zum Rathaus hinauf und band dort das Pferd an den Drücker einer Türe von außen an. Er ging zur nach innen aufgehenden Tür hinein. Das Pferd, durch das viele Hin und Her der Leute verängstigt, wollte sich losreißen und zog natürlich nach außen, so daß kein Mensch weder herein noch heraus konnte. Die von innen wußten sich keinen Rat, während sich Schmidt ins Fäustchen lachte. Endlich hörten sie von außen, was die Ursache gewesen war und mussten Schmidt bitten, mit seinem Pferd abzuziehen. Dies gelang, da das Pferd sich auf Schmidts Stimmt beruhigte. Die Einwohner von Mühlbach lachten noch lange über diesen Streich.

Marion Koepf bzw. Julius Graf (geb. 1878)


 Schmidt hatte einmal geschäftlich zu tun und musste da einige Stationen mit der Bahn fahren. Da aber die Waggons überfüllt waren, fand er keinen Sitzplatz. Und da ihm auch niemand einen solchen anbieten wollte, was tat er? Er kam mit den Leuten ins Gespräch, und weil diese ihn fragten, wohin er fahre, erzählte er ihnen, dass ihn vor einiger Zeit ein wütender Hund gebissen hätte und er es nicht beachtet habe. Jetzt aber überfiele es ihn manchmal, dass er alle Menschen beißen möchte. Dabei rollte und verdrehte er die Augen so, dass alle Leute zitterten, und wie er auf einmal nach ihnen anfing zu schnappen (ham, ham ,ham), war auf ganz schnell das Abteil leer, und nicht einmal der Schaffner traute sich in seine Nähe. Nun hatte er genügend Platz und fuhr bis zur nächsten Station, wo er gemütlich ausstieg.

Marion Koepf, bzw. Julius Graf (geb. 1878)


Schmidt hatte verschiedene Wägen, darunter einen Fiaker und einen Pferdeomnibus, Autos und dergleichen gab’s derzeit nicht. Da sollte er seine Frau im Fiaker einmal ausführen. Auf der Mitte des Platzes angekommen zog er den großen Nagel, der das Vorderteil mit dem Hinterteil des Wagens verband, mit einem Ruck heraus. Er fuhr mit dem Vorderteil davon, und seine Frau blieb zum großen Gaudium der Anwesenden zurück.

Marion Koepf, bzw. Julius Graf (geb. 1878)


Unsere Korterzigeuner hielten sich auch immer am großen Platz auf, neben den Fleischerläden. Sie wurden als Express und für sonstiges verwendet. Einmal stand ein solcher brauner Gesell auch dort. Da kam Schmidt von rückwärts, griff ihm in seine schwarzen, langen und feuchten Haare und sagte: “Mensch, was hast du denn auf dem Kopf, bist ja ganz rot! Geh doch zum Wasser und wasch dich! Der Zigeuner griff sich an den Kopf, und wirklich, die Hände waren ganz rot. Rasch lief er zum kleinen Wasser (Mäz), das dort vorbei floss. Na, was tat er, und wie sah er aus? Je mehr er sich wusch, umso roter wurden Haare, Gesicht und Hände. Er war auf einmal zum Indianer geworden. Wir brüllten vor Lachen.

Marion Koepf, bzw. Julius Graf (geb. 1878)


Wie ich bereits erzählte, hatte Schmidt auch einen Omnibus, in dem er die Kinder öfters spazieren führte, und einmal verlautbarte er, er wolle mit denen einen Ausflug machen, und zwar fuhr er dann mit ihnen nach Karlsburg, lud sie dort in einem Gasthof ab und sagte dem Wirt, er möge ihnen zu essen und trinken auftischen, er käme später, sie abzuholen und bezahle dann alles. Auch sagte er dem Wirte, 6 Kinder seien seine eigenen und 7 seien von seinen Verwandten. Ja, die Kinder aßen und tranken, aber es wurde spät, und der Vater kam nicht mehr. Der Wirt wurde nach einiger Zeit ungeduldig und fragte die Kinder: „Wo ist denn euer Vater, dass er noch immer nicht kommt?“ Die Kinder antworteten: „Das ist ja nicht unser Vater, dieses ist der Schmidt`en Titz aus Mühlbach. Nun wusste der Wirt gleich, mit wem er es zu tun hatte. Da nun der „Vater“ nicht mehr kam und längst wieder in Mühlbach war, musste der Wirt zwei Wägen nehmen und die Kinder nach Hause fahren, was ihn auch ein schönes Stück Geld kostete.

Marion Koepf, bzw. Julius Graf (geb. 1878)


 Jetzt weiß ich nur noch eine Geschichte, diese ist aber mehr nur für Große. Macht aber die Augen zu, wenn Ihr es auch lesen wollt, und dass Ihr ja nicht lacht!

Also: In jeder Stadt gehen die Herren auf einen Abend- oder Dämmerschoppen. So ist’s oder war es auch in Mühlbach. Dieser Schoppen dehnte sich manchmal auch in die Länge aus, und um nicht noch weiter in den Hof zu gehen, um ihre kleine Notdurft zu verrichten, stellten sie sich einfach vor die Türe auf die Gasse, natürlich im Dunkeln. Das verdross die Spaziergänger, die dort auf und ab promenierten- dieses hieß die „Ganselpromenade“- und sie beschwerten sich bei der Polizei, die nun dort einen Diener aufstellte, der die Delinquenten zur Anzeige bringen sollte. Schon am nächsten Abend wurden einige gefasst, darunter auch Schmidt. Der wusste, was ihm bevorstand: Wieder eine Strafe von 50 Kreuzer (ein Kreuzer war ein Wert von derzeit 2 Pfennigen). Was tat er nun? Er nahm seine beiden Hosentaschen voll mit Sand, mischte aber vorher in jede 50 einzelnen Kreuzer hinein und ging zur Polizei. Dort wurde er natürlich wie die anderen mit 50 Kreuzern bestraft und musste das Geld auch gleich bezahlen. Er griff in die Tasche und legte dem Beamten den ganzen Sand auf den Tisch. Auf die Frage, was er da denn mache, meine Schmidt: „Ich zahle“. Darauf der Beamte: „Mit Sand?“. Schmidt sagte: „Nein, mit Kreuzern“, und er solle nur suchen, im Sand seien auch die 50 einzelnen Kreuzer, er wisse aber nicht, wie der Sand in seine Tasche kam. Beim Hinausgehen kam er noch einmal zurück, kramte aus der anderen Tasche auch Sand und Geld heraus mit der Bemerkung, ja, er habe noch etwas zu zahlen vergessen, er habe doch auch einen F..z  gelassen….. und weg war er.

Marion Koepf, bzw. Julius Graf (geb. 1878)


Werbung der Vergangenheit


Wie man heutzutage weis, geht nichts in der Wirtschaft ohne Werbung. Das wußten auch die Handwerker und Geschäftsleute im alten Mühlbach. Die beste Werbung wurde durch Mundpropaganda, aber auch auf Litfass – Säulen, so wie in der Lokalen Presse veröffentlicht. Mit der freundlichen Unterstützung von Herrn Otto Elekes, bin ich heute in der Lage, ihnen einige Werbeanzeigen aus dem Gemeindeblatt der Stadt Mühlbach 1925, zu zeigen.

Gemeindeblatt_16_08_1925_S4 - Kopie (2) Gemeindeblatt_16_08_1925_S4 - KopieWerbeanzeige_Gemeindeblatt_1925_Bogenmeier_klein Werbeanzeige_Gemeindeblatt_1925_F_Baumann Werbeanzeige_Gemeindeblatt_1925_G_Fränk_klein Werbeanzeige_Gemeindeblatt_1925_H_Hatzack_klein Werbeanzeige_Gemeindeblatt_1925_Heitz-u-Gross_klein Werbeanzeige_Gemeindeblatt_1925_J_Schmidt Werbeanzeige_Gemeindeblatt_1925_Keller Werbeanzeige_Gemeindeblatt_1925_Krauss Werbeanzeige_Gemeindeblatt_1925_R_Breckner_klein Werbeanzeige_Gemeindeblatt_1925_Schönhardt Werbeanzeige_Gemeindeblatt_1925_Stoltz_klein Werbeanzeige_Gemeindeblatt_1925_Wellmann Werbeanzeige_Gemeindeblatt_F_Theutsch_1925_klein

  Aus der folgenden Bekanntmachung im Jahre 1932, und den oben zu sehenden Werbungen kann man ersehen das unsere Väter und Großväter tüchtige Leute waren, und die Stadt über ein Mannigfaltiges Angebot an Handwerkern und Geschäftsleuten verfügte. Diese waren bis weit über die Grenzen der Stadt bekannt und gefragt. Was ich ihnen heute zeigen durfte ist nur ein Teil des in Mühlbach angesiedelt gewesenen Gewerbes.

Spende_zur_Erhaltung_von_Goethes_Geburthaus_in_Frankfurt_Mühlbach_1932_kl

Horst Theil

Hermann Meuselbach


Hermann_Meuselbach_um_1915_Autoportrait_in_Öl

 (1858 – 1924)

 Hermann Meuselbach

Autoportrait Öl um 1915


Hermann Meuselbach wurde am 28 Januar im Thüringischen Eischleben geboren und besuchte die Kunstschule in Weimar. In dieser Kunstschule wurde im Bereich der Malerei eine realistische Landschafts- und Genremalerei gelehrt. Im Alter von 23 Jahren wanderte Meuselbach nach Siebenbürgen aus und ließ sich in Mühlbach nieder. Im Jahre 1881 nahm er die Stelle des Künstlerischen  Zeichenlehrers am  Mühlbacher Untergymnasium an,  und war  bis 1912 in diesem Amt.

Hermann Meuselbach starb am 12 Oktober 1924 in Mühlbach.


 

Meuselbach

  Das Haus in der Jakobigasse in dem Hermann Meuselbach wohnte.(Foto Google)


 Einige seiner Werke:

Hermann_Meuselbach_Stadtteich_Mühlbach_Ölgemälde_1913_Diapositiv_1994

 Stadtteich von Mühlbach (Gemälde in Öl  1913)


Meuselbach 

Landschaft oberhalb des „Großen Wehres“

Gemälde in Öl


meusellbach

 Landschaft oberhalb des „Großen Wehres“ mit Floß

Gemälde in Öl


 Scan

 Der „Studententurm“(Schneiderturm)Öl

 


 Scan1

Der achteckige Wehrturm (Im Garten des Hermann Meuselbach Öl)


Zusammengestellt von Horst Theil

Quellen:

Totoianu, Radu: Siebenbürgisch-Sächsische Mühlbacher Maler aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dem 20. Jh.
In: Der Unterwald, Nr. 1, S. 21, Mühlbach 2009
Totoianu, Radu: Der Unterwald, Nr. 1, S. 21, Mühlbach 2009 (Autoportrait in Öl von Herrmann Meuselbach).

Meuselbach’sches Haus zwischen kath. Kirche u. Salzbad in der Jakobigasse / Mühlbach, Foto: Google street view.
Stadtteich Mühlbach, Landschaftsbild in Öl, H. Meuselbach, 1913. Diapositiv 
um 1994. Originalgemälde im Besitz des Städtischen Museums Mühlbach.
Flußlandschaft oberhalb des Großen Wehres, Gemälde in Öl von H. Meuselbach: Städtisches Museum Mühlbach
„Ion Raica“.
Flußlandschaft mit Floß oberhalb des Großen Wehres, Gemälde in Öl von H. Meuselbach: Städtisches Museum
Mühlbach „Ion Raica“.
Totoianu, Radu: Siebenbürgisch-Sächsische Mühlbacher Maler aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dem
20. Jahrhundert. In: Der Unterwald, Nr. 1, S. 21, Mühlbach 2009 (Studententurm, Gemälde in Öl von Hermann
Meuselbach).
Totoianu, Radu: Siebenbürgisch-Sächsische Mühlbacher Maler aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dem
20. Jahrhundert. In: Der Unterwald, Nr. 1, S. 21, Mühlbach 2009 (Wehrturm im Meuselbach’schen Garten, Gemälde
in Öl von Hermann Meuselbach).