Das verschwundene Ehrenmahl von Mühlbach.


Liebe Leser!
Den Anlass zu diesen Zeilen lieferte mir ein Bild auf das ich zufälligerweise gestoßen bin.
Aber nun der Reihe nach. Es geht wie der Titel sagt, um ein Ehrenmahl aus Mühlbach das bis zur Machtübernahme der Kommunisten in Mühlbach gestanden hat.
Der Begriff Ehrenmahl umfasst ein weites Feld an Objekten die zu Ehren von Personen, Ereignissen oder religiösen zwecken an verschiedenen Plätzen und Orten errichtet wurden. Die Geschichte solcher Ehrenmähler reicht bis in die Vorchristliche Vergangenheit zurück. Anfangs der Geschichte der Menschheit, heute als Kultstätten benannt, wurden besondere Bäume, Felsen oder Hügel auserwählt um den Gottheiten der damaligen Zeit zu huldigen.
Es ist in der menschlichen Seele verankert das Bedürfnis an Schutz vor dem Ungewissen, Hoffnung und Hilfe in der Not, oder der Gewissheit das etwas oder jemand da ist wenn der Einzelne nicht weiß wie es weiter gehen soll.
Später in der Geschichte der Menschheit wurde begonnen solche Stätten selber zu erbauen, als Beispiel dienen die noch heute erhaltenen Kultstätten der alten Germanen, Kelten, Dazier und aller anderen antiken Völker. Mann kann dieses auf der ganzen Welt, und in allen Kulturen beobachten. Mit dem Aufkommen des Christentums wandelten sich diese Stätten zu Gotteshäusern, Kapellen und Wegkreuze um.
Dieser Drang hat sich bis in die heutige Zeit fortgesetzt. Im Mittelalter, und danach, nahmen die Wegkreuze, oder Kruzifixe (rumänisch troiţă genannt) eine besondere Stellung ein. In der Regel wurden diese an den Wegen und Pfaden die aus einem Ort hinaus führten aufgestellt. Aber fast immer auch eines im Bereich des Ortes. Da früher der Ablauf des täglichen Lebens es nicht immer erlaubte um das Wohlergehen in der Kirche zu bitten, wurden die Gebete an diesen Stellen, bei dem Weg auf den Acker, bei Antritt einer Reise oder bei der Ankunft in einen Fremden Ort, abgehalten.
So ein Ehrenmahl (troiţă) wurde auch in Mühlbach errichtet. Über das Jahr kann ich keine Aussage machen. Die Tatsache ist das die Stelle wo es stand mit Bedacht gewählt wurde. Und zwar befand es sich in der äußeren Sikulorumgasse an der Ecke zur Bahnhofgasse, gegenüber der Stelle wo einst der Viehmarkt war und gegenüber des Gasthofes „Zur Blauen Kugel“. (Auf der Stelle wo heute sich ein Kreisverkehr befindet). Also da wo früher die Landstrasse aus Richtung Hermannstadt in die Stadt führte. Die Ausführung war aus massivem Eichenholz, reichlich verziert und gegen Wettereinflüsse durch ein kleines Dach geschützt.
Davor befanden sich schöne Blumenbeete.
Dieses war das imposanteste Ehrenmahl der Stadt neben all denen die an jeder Ausfahrtstrasse oder denen auf den Feldern die die Stadt umgaben standen.
Früher waren in der Regel bei jenen die auf den Feldern waren auch ein kleiner Unterstand vorhanden zum Schutz von Wind und Wetter.
Nach dem ersten Weltkrieg wurden die Gefallenen Söhne der Stadt, Rumänen, Sachsen und Ungarn, mit einer Gedenktafel an dieser Stelle geehrt.

3 Ehrenmal Eckhaus Bahnhofgasse_Troita

 Das Ehrenmahl zwischen äußerer Sikulorum
und Hermannstädter Strasse.
(Bild von Dietmar Fabrizius)

Horst Theil

 

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