Mit was die Kinder von Mühlbach noch spielten (60-er Jahre)


In diesem Beitrag werde ich noch einige Beschäftigungen der Kinder im Mühlbach der 60-er Jahre beschreiben.
In erster Reihe ging es um das Basteln von Spielzeug und Gegenständen. Eines dieser war die Steinschleuder, auch Gummischleuder oder Katapult rumänisch prastie genannt. Hier für benötigte man einen Astzwacken vom Haselnussstrauch, elastische Gummibänder, zum Beispiel von einem alten Fahrradschlauch und nicht zuletzt ein Stück echtes Leder in etwa 8 x 5 cm.

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Beispielbild

Mit so einer Schleuder, konnte man nach reichlich üben, ziemlich genau treffen.


Ein weiteres von den Buben begehrtes Spielzeug war der Pfeil und Bogen. Für dieses Spielzeug benötigte man zum ersten für den Bogen einen gerade gewachsenen Ast vom Haselnussstrauch von ca. 80 cm, oder wen man die Gelegenheit hatte an einen Bambusstab von ca. 10 cm Durchmesser zu kommen, der in ca. 4-5 cm breite Teile gespalten werden musste. In beiden Fällen musste der Bogen an den Enden mit Einkerbungen für die Sehne versehen werden. Wen dieses geschehen war, brauchte man eine feste Schnur, Draht oder etwas Ähnliches um die Sehne zu fertigen. Das eine Ende der Sehne wurde an ein Ende des Bogens befestigt und dieser dann gebogen und das andere Ende der Sehne an dem frei gebliebenen Ende des Bogens fest gemacht so dass dieser gespannt war.
Für die Pfeile benötigte man auch eine gerade gewachsene Gerte vom Haselnussstrauch, so dünn wie möglich. Diese wurde dann von der Rinde befreit und an einem Ende mit einer Kerbe für das Auflegen auf die Sehne versehen. An dem anderen Ende, der Spitze des Pfeils, konnte man einen Nagel oder ein anderes leichtes Metallteil befestigen. An dem Ende mit der Kerbe spaltete man den Pfeil, nach dem man in 10-15 cm von dieser mit faden fest abgebunden hatte damit er nicht auf der ganzen Länge entzwei brach. In den Spalt konnte man eine Feder von den Hühnern oder Gänsen schieben und in Richtung Kerbe den Pfeil nochmals fest abbinden. Das diente zur Stabilisierung des Pfeils in seiner Flugbahn.
Dieses Spielzeug wurde gerne bei Indianerspielen unter den Erlen oder Am Roten Berg genutzt.

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Beispielbild


Ein anderes Spielzeug waren die Wasserräder mit denen man hervorragend am Klosterbach am Zeckesch oder in der Mätz spielen konnte.
Zuerst zwei Astgabeln für das Wasserrad suchen. Als nächstes braucht man einen möglichst geraden mindestens drei Zentimeter dicken Ast als Achse für das Wasserrad. Vor allem Haselnuss Äste eignen sich hervorragend. In die Mitte des Holzes ein Loch bohren, ebenso auf der Gegenseite. An beiden Seiten zwei weitere Löcher mit dem Taschenmesser bohren. Langsam wird es das Wasserrad. Nun fertigt man, vier gleichlange Hölzer an, und spitzt diese an den Enden. In die Löcher stecken und das fertige Wasserrad zwischen die gegenüber aufgestellten Astgabeln legen. Mit so etwas spielte man auch beim Baden aber nicht nur.

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Beispiel der Materialien

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Beispielbild des Wasserrades


Dieses waren einige Beispiele mit was sich die Kinder, im Mühlbach der 60 – er und davor, so beschäftigt haben. Des Weiteren gab es noch andere, die ich vielleicht ein andermal beschreiben werde, jetzt aber noch erwähnen möchte:
– Das Basteln von Pfeifen (Flirel) rum. fluierice aus Weidenruten.
– Holzschiffchen basteln
– Spielen mit der Surr ( Faden mit einem Knopf der sich drehte und Surrgeräusche erzeugte)
– Stelzen basteln, Holzgewehr, Holzsäbel
– Reifenlaufen mit Draht Haken
– Mühle (auf Karton gezeichnet und mit Weisen Bohnen und Kukuruzkernen als Spielsteine)

Horst Theil

 

 

 

 

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2 Gedanken zu “Mit was die Kinder von Mühlbach noch spielten (60-er Jahre)

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